Uedem plant ein neues Einkaufszentrum

Uedem : Uedem plant neues Einkaufszentrum

Zwischen Boxteler Bahn und Bahnhofstraße sollen bis Ende 2021 Edeka und Aldi angesiedelt werden. Auf den bisherigen Grundstücken können sie nicht wachsen. Bürgermeister Weber kann Wahlkampfversprechen einlösen.

Die 8000-Seelen-Gemeinde Uedem ist unterversorgt. So sehen es zumindest viele Einwohner mit Blick auf das Drogerieangebot. Für Parfüms, Salben und Pflaster müssen diese meist den Weg nach Goch antreten. Das aber könnte sich zeitnah ändern: Die Verwaltung nämlich feilt weiter an einem Großprojekt, das die Nahversorgung der Gemeinde nachhaltig verändern könnte. Der Name des Projekts lautet: „Einzelhandelsansiedlungen im Bereich zwischen Bahnhofstraße, Meursfeldstraße, Wellesweg und L 77“. Bisher befindet sich die Causa in der Bauleitplanung. Zur Erklärung: Die Bauleitplanung ist das gesetzliche Verfahren, das die bauliche Nutzung von Gemeinde-Grundstücken vorbereitet und leitet. Vorrangig sind die Grundstücke bisher nämlich als Wohnbaufläche bestimmt. Das soll nun angepasst werden. Schließlich kündigen sich große Namen an der Boxteler Bahn an: Edeka mit integriertem Backshop und Café, Aldi und dm-drogerie markt sollen sich in Uedem neuansiedeln und gemeinsam als Einkaufszentrum funktionieren. „So ist das heute nun einmal: Kunden wollen mit einem Gang alle Einkäufe erledigen. Diesem Wunsch werden wir künftig entsprechen können“, sagt Bürgermeister Rainer Weber im Gespräch mit unserer Redaktion.

Bisher umfasst das Lebensmittelangebot in Uedem zuvorderst einen Edeka-Markt an der Bahnhofstraße, einen Netto-Discounter an der Lohstraße sowie einen Aldi-Markt an der Weezer Straße. Hinzu kommt der Bauernmarkt Lindchen im Außenbereich der Gemeinde. Schon seit geraumer Zeit streben Aldi und Edeka eine Erweiterung ihrer Flächen an, bisher vergebens. „Sie wollen unbedingt größer werden. Allerdings sind auf ihren Grundstücken keine Flächenpotentiale mehr vorhanden. Daher planen wir eine Umsiedlung“, sagt Weber.

Entstehen soll ein neues Nahversorgungszentrum am Wellesweg. Während der Aldi-Markt im Zuge der Erweiterung von 800 Quadratmetern Verkaufsfläche auf rund 1100 erweitert werden soll und der Edeka-Markt von heute rund 1200 auf rund 1450, ist für den Drogeriemarkt eine Gesamtverkaufsfläche von rund 650 Quadratmetern geplant. Bisher werden die Flächen am Wellesweg landwirtschaftlich genutzt, die baulichen Strukturen liegen brach. So würde der ehemalige Handelshof, die Kfz-Werkstatt und ein Wohngebäude an der Bahnhofstraße abgerissen werden. Bürgermeister Weber erklärte, dass nun zeitnah die Bürgerbeteiligung einsetzen und der angepasste Flächennutzungsplan vom Rat genehmigt werden soll. Vorangetrieben wird die Realisierung von der Schoofs-Gruppe. Bis das Projekt fertiggestellt ist, dürfte es allerdings dauern. „Das wird noch ein langer Prozess. Ich halte es für realistisch, dass das Einkaufszentrum bis Ende 2021 steht“, sagt Rainer Weber. Für ihn wäre die Realisierung auch die Einlösung eines Wahlkampfversprechens. Schließlich hatte er 2015 erklärt, sich für Uedem einen Drogeriemarkt zu wünschen. „So etwas brauchen wir hier dringend“, hatte er damals dargelegt. Bislang aber fehlte zur Umsetzung die entsprechende Fläche. „Die Ansiedlung eines Drogeriemarkts in Uedem ist einer meiner größten Wünsche“, sagt Weber heute. Dem schließt sich auch SPD-Fraktionsvorsitzender Jörg Lorenz an: „Dieser Drogeriemarkt ist für unsere Gemeinde von großer Bedeutung. Darauf haben wir lange gehofft. Darüber hinaus geht es ja nur um die Modernisierung und den Ausbau bestehender Versorgung.“ Zwar hätte die SPD es, wie alle anderen im Rat vertretenen Fraktionen auch, goutiert, wenn die Einzelhandelsfläche im Zentrum eingerichtet worden wäre, allerdings stünden dort schlichtweg keine passenden Grundstücke zur Verfügung. Zusätzlich soll östlich des geplanten Nahversorgungszentrums auf einer Fläche von rund 5,6 Hektar das Wohngebiet „Mörsfeld“ entwickelt werden. Dessen Erschließung ist über den Wellesweg an die Meursfeldstraße vorgesehen. „Die Planung des Einkaufszentrums hat auch da für die entscheidende Initialzündung gesorgt“, sagt SPD-Chef Jörg Lorenz.