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Uedem: Junge Frau nachts vergewaltigt

Uedem : Junge Frau nachts in Uedem vergewaltigt

20-Jährige wollte nach einer Party in Uedem um 1 Uhr nach Hause zu ihrer Wohnung in Goch laufen. Doch auf dem Radweg der L77 begegneten ihr zwei Männer, die offenbar ausnutzten, dass sie allein war. Polizei sucht nach Zeugen.

Sie kam von einer privaten Feier, wollte nach Hause. In der Nacht zum Sonntag lief eine 20-Jährige auf dem Radweg der L77 in Richtung Goch. Dort lebt die junge Frau. Sie war noch nicht weit gekommen, hatte das Ortsschild erst wenige hundert Meter hinter sich gelassen, als sie von zwei Unbekannten gepackt wurde. Nach Angaben der jungen Frau war es etwa 1.15 Uhr, als die beiden Fremden sie plötzlich auf den Grünstreifen zerrten. Anschließend vergewaltigte sie einer der beiden. Nach der Tat liefen die Männer in Richtung Uedem davon. Die 20-Jährige hielt ein vorbeifahrendes Auto an, in dem ein etwa 40-jähriges Paar saß. Sie brachten die 20-Jährige nach Hause. Später begab sich das Opfer zur Untersuchung ins Krankenhaus und alarmierte von dort die Polizei. Gestern gab die Kreispolizei nähere Angaben heraus. Nach Angaben der geschädigten Frau soll einer der Täter etwa 30 Jahre alt sein, etwa 1,75 Meter groß und ein südländisches Aussehen haben. Er hatte kurze dunkle Haare und eine schlanke Figur. Der Mann trug eine schwarze Kapuzenjacke. Der zweite Täter war offenbar etwa 50 Jahre alt, etwa 1,70 Meter groß und von kräftiger Gestalt. Er hatte dunkle, längere, nach hinten gegelte Haare und einen Dreitagebart. Beide sollen sich in einer für das Opfer unbekannten Sprache unterhalten haben.

Die Polizei, die gestern noch keine neuen Erkenntnisse gewonnen hatte, sucht Zeugen, insbesondere das Pärchen, das das Opfer nach Hause gefahren hat. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Kalkar unter Telefon 02824-880 entgegen.

Während für die Ermittler nun das Auffinden der Täter im Vordergrund steht, liest sich Opferschutzbeauftragter Johannes Meurs kurz in die Arbeitsergebnisse seiner Kollegen ein und nimmt dann Kontakt zum Opfer auf. "Ich rufe an und frage, ob und was ich tun kann. Manche Frau ist froh, wenn sie über uns schnell einen Termin bei der Traumaambulanz bekommt, andere wollen erst mal zur Ruhe kommen und Abstand gewinnen. Jeder Mensch ist anders - das muss ich akzeptieren." Laut Opferentschädigungsrecht haben Vergewaltigte in jedem Fall Anspruch auf fünf Sitzungen bei einem Psychologen. "Die erste Sitzung kann, wenn gewünscht, gleich am nächsten Tag in Anspruch genommen werden. Der LVR übernimmt die Kosten, wir stellen den Antrag", erklärt Meurs. Über den Weißen Ring sei auch ein Anwalt kostenlos zu bekommen - wenn vielleicht ein Täter zur Verantwortung gezogen werden kann.

Nachts um eins allein auf der Landstraße unterwegs sein - das wird wohl jede Mutter, wenn sie davon weiß, ihrer Tochter ausreden wollen. "Wenn möglich, ist es sicher besser, sich abholen zu lassen oder mit anderen zu laufen", sagt der Fachmann. "Aber andererseits sollte sich auch Frauen in der Nacht wie tagsüber sicher fühlen können." Schnellschüsse in der Schuldzuweisung oder in besserem Wissen seien immer gefährlich. Hildegard Wolff hat als Mitarbeiterin der Gocher Frauenberatungsstelle "Impuls" viel Erfahrung mit Opfern sexueller Gewalt. Sie rät dringend dazu, sich professionelle Hilfe zu holen. "So schnell wie möglich, bei uns bekommt jedes Opfer sofort einen Termin." Ist es tatsächlich gefährlich, nachts alleine auf den Straßen des Kreises Kleve unterwegs zu sein? Die Trauma-Beraterin und ihre Kolleginnen hören selten vom "Fremden auf der Straße", der eine Frau überfalle. Aber es gebe ihn, wenngleich sexualisierte Gewalt öfter in der Familie oder im Bekanntenkreis vorkomme. Seit den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln würden mehr Sexualdelikte angezeigt. Im jüngsten hiesigen Fall sollen der oder die Täter Ausländer gewesen sein. "Aber das passiert auch anders", weiß Wolff.

(RP)