Uedem: Uedem investiert in seine Zukunft

Uedem: Uedem investiert in seine Zukunft

Etat und Liquidität in der Schustergemeinde entwickeln sich negativ, trotzdem werden einige Großprojekte im Laufe des Jahres realisiert. Sie reichen vom Alleenradweg über die Freizeitstätte bis zum Ausbau des Busbahnhofs.

In Luxus schwelgt die Gemeinde Uedem derzeit nicht. "Für ,Wünsch dir was' ist keine Zeit mehr", sagt Bürgermeister Rainer Weber. Wie berichtet, kann das erste Mal seit Jahren der Haushalt nicht mehr ausgeglichen werden, für manch einen noch beunruhigender ist die Tatsache, dass die Gemeinde ihre Liquidität verliert. Bisher habe man sein Vermögen immer gepflegt, die Pro-Kopf-Verschuldung war deutlich niedriger als in den Nachbar-Kommunen, betont der Bürgermeister.

Der Alleenradweg ist das insgesamt kostenstärkste Projekt. Hierbei bekommt Uedem finanzielle Unterstützung vom Land. Foto: ARCHIV/BREDEMANN

Zumindest die Verschuldung pro Kopf wird deutlich steigen. Langfristig von etwa 280 auf mehr als 500 Euro. Damit liegt sie zwar immer noch unter dem vieler Nachbarn, aber: "Alle Projekte bis 2017 sind veranschlagt, aufgrund der aktuellen Lage kommt alles genaustens auf den Prüfstand", sagt Weber. Angesichts der Zahlen legt man in Sachen Investitionen jedoch nicht die Hände in den Schoß. So werden dieses Jahr einige Projekte in Uedem , die seit langem geplant und diskutiert werden, endlich realisiert.

"Über die Freizeitstätte wird schon seit zehn Jahren debattiert", sagt Bürgermeister Rainer Weber. Im Mai sollen die Bauarbeiten beginnen. Foto: EVERS

"Über die Freizeitstätte wird schon seit zehn Jahren debattiert", sagt der Bürgermeister. Jetzt könne man sie endlich angehen. Dort soll im Mai mit den Arbeiten begonnen werden können — wohl vorerst ohne Einrichtungen für Senioren. 580 000 Euro kostet der Platz, an dem sich Jugendliche bald austoben können.

Der Endausbau der Dr.-Willem-Pies-Straße wird inklusive Pflasterung insgesamt 264 000 Euro verschlingen. Etwas weniger kostet die Errichtung des sogenannten Uedemer Busbahnhofs, der ebenfalls lange umstritten war. 259 000 Euro werden insgesamt in die Variante investiert, die vier Bus-Haltebuchten am Nordwall und Barrierefreiheit für die Haltestelle an der Bahnhofsstraße vorsieht. Hier muss die Gemeinde aber nicht den kompletten Betrag schultern, weil das Land einen Zuschuss von 191 200 Euro gibt.

Die mit Abstand meisten Kosten verschlingende Investition stellt aber der Bau des Alleenradwegs Teil 1 zwischen Uedem und Uedemerbruch dar. 1,036 Millionen Euro kostet das Projekt insgesamt, 673 000 Euro gibt es dafür aber vom Land — weil das Projekt als beispielhaft in der Region gilt. Die Strecke soll am Ende Xanten mit Kalkar verbinden und komplett für heimische Radfahrer wie Radtouristen erschließen. "Die Ausschreibung ist gelaufen, Ende April oder Anfang Mai kann die Vergabe vorgenommen werden", sagt Bürgermeister Weber. Der Blick auf die Tagesordnung des heutigen Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt zeigt, dass in Uedem bei der Investition in die Zukunft der Gemeinde das Ende der Fahnenstange längst nicht erreicht ist.

Dort wird über den Ausbau der Straßen Ostwall und Bergstraße — Teilstück Lohstraße bis Kleinbergsbäumchen einschließlich der Erneuerung des Abwasserkanals in zwei Bauabschnitten beraten. Kostenpunkt: Mehrere Hunderttausend Euro — ebenfalls teilfinanziert durch Fördermittel vom Land.

(RP)