Uedem: Eulen bevölkern Baum in Wohngebiet

Naturphänomen in Uedem : Ein Baum voller Eulen fasziniert die Nachbarschaft

In einem Baum in einem Uedemer Wohngebiet haben sich mehrere Eulen angesiedelt. Der Baum steht unmittelbar vor dem Haus der Familie Ullenboom – was auf Niederländisch Eulenbaum heißt.

Es fing an mit einem unbekannten Rauschen. Michael Lehmkuhl zog für einen Moment erschreckt den Kopf ein, dann rief er nach seiner Frau. Ein Schwarm großer Vögel mit außergewöhnlicher Flügelspannweite war über den Garten des Paares hinweg geflogen. Einige Wochen ist diese Begebenheit her, und seitdem beobachten Lehmkuhls Ähnliches regelmäßig.

„In dem Baum schräg vor unserem Haus haben sich Eulen angesiedelt. Acht bis zehn Tiere hocken da regelmäßig, und abends fliegen sie über unseren Garten“, erzählt Irene Lehmkuhl. Sie hat großen Spaß an dem Naturphänomen und stört sich auch nicht an den Klecksen, die die Vögel in großen Mengen auf dem Gehweg und der Straße hinterlassen.

Na, ja, die weißen Spuren und größeren Kothaufen liegen ja auch nicht direkt vor ihrer eigenen Tür. Denn der „bewohnte“ Straßenbaum steht unmittelbar vor dem Haus der Familie Ullenboom. Und das ist schon ein Witz für sich, denn jeder Niederrheiner kann’s problemlos übersetzen: Ullenboom bedeutet Eulenbaum – da fühlten sich die Tiere offensichtlich eingeladen. Das Namensschild an der Haustür ist gut sichtbar, für Raubvögel bestimmt ein Leichtes, es zu erkennen . . . Von ihrer erhöhten Sitzposition aus blicken sie nun Tag für Tag unverwandt auf alle Menschen, die die Uedemer Wohnstraße entlang spazieren. 

„Sie sind überhaupt nicht scheu, blicken einfach gelassen zurück, wenn man sie beobachtet“, sagt Irene Lehmkuhl. Wenn sie sich schon mal auf ihren Rosenbogen setzten, könne ruhig das Radio laufen, das störe sie nicht. Dank Hubert Lemken aus Keppeln, der seit vielen Jahren Nisthilfen für Schleiereulen im Raum Uedem aufhängt, weiß sie jetzt auch, um welche Vögel es sich handelt: „Es sind Waldohreulen“, ist sich Lemken ganz sicher. Keine kleinen Schleiereulen oder Käuzchen, sondern schon recht stattliche Tiere.

„Dass sie so nahe bei den Menschen siedeln, ist nicht ungewöhnlich“, sagt der Hobby-Ornithologe, bloß die Jahreszeit, die wundere ihn schon. „Meist beobachtet man sie eher im Spätherbst, wenn sie sich in Gruppen zum Winterschlaf zusammenfinden.“ Gut getarnt in hohen Nadelgehölzen – das sei der Klassiker. Einen Straßen-Laubbaum im August zu beziehen, das findet Lemken schon sehr besonders.

Der Nachbar auf der anderen Seite hat Waldohreulen vor Jahren schon zu Gast gehabt. In einer Tanne auf seinem Grundstück. „Der Baum wurde irgendwann gefällt, da waren sie erst mal weg. Aber nun sind sie zurückgekehrt, in größerer Anzahl als zuvor.

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