1. NRW
  2. Städte
  3. Goch

Uedem: Büdchenzauber trotzte dem Regen

Weihnachtsmarkt in Uedem : Büdchenzauber trotzt Regen und Sturm

Auf dem zweitägigen Weihnachtsmarkt in Uedem präsentierten nicht-kommerzielle Aussteller selbstgemachte Geschenke. Viele Erlöse wurden für gemeinnützige Zwecke gespendet.

Schaf Paul hat eine dicke Wolle, die ihn zum Beispiel auch vor Regen schützt. Die nasse Wolle zu streicheln – das ist aber nicht so schön, deshalb blieb Paul bei der regnerischen Eröffnung des diesjährigen Uedemer Büdchenzaubers zuerst einmal daheim. Stattdessen konnten die kleinen Besucher des beliebten Weihnachtsmarktes am Seemannbrunnen braune Kamerunschafe mit kurzer Wolle streicheln und bürsten. „Wenn es morgen nicht regnet, kommt Paul wieder mit“, sagte Lissy van de Loo, die zusammen mit Ehemann Johannes beim Büdchenzauber den kleinen Streichelzoo einrichtet.

Der beliebte Weihnachtsmarkt der Schustergemeinde präsentierte wie gewohnt eine gemütliche Runde von rund 20 liebevoll geschmückten Holzbuden. In der Mitte hatte Ralf Verfürth, Betreiber eines Floß-Boot Verleihs, eines seiner großen Flöße aufgestellt – eine Einladung zum Sitzen und Verweilen. Dass alle Aussteller nicht-kommerziell sind, darauf legen die Organisatoren vom Werbering und der Gemeinde Wert.Heimatverein, Kindergärten, Familien, Hilfsorganisationen und andere soziale Einrichtungen boten selbst gebastelte Dinge an. Die Uedemerin Marion Michels zum Beispiel malt Aquarell- und Acryl-Bilder in großen und kleinen Formaten. Im letzten Jahr gestaltete sie einen Geburtstagskalender und konnte vom Verkauf bereits einen Betrag von fast 2000 Euro an das Düsseldorfer Kinderhospiz Regenbogenland spenden. Ihre Aquarelle mit weihnachtlichen Motiven trotzten dem regnerischen dritten Advent.

Die Verbindung zum Regenbogenland entstand durch Ruth Tepe, die seit Jahren ehrenamtlich für das Kinderhospiz arbeitet und beim Büdchenzauber in die Rolle des „Engels Engelbert“ schlüpft. Kinder durften hier am Glücksrad drehen und erhielten kleine Überraschungen. In diesem Jahr präsentierte sich das Kinderhospiz zusammen mit dem ambulanten Hospizdienst der Malteser. Fester Bestandteil beim Uedemer Weihnachtsmarkt ist immer der Tannenbaumverkauf der Jugendfeuerwehr. Wie der stellvertretende Gemeinde-Jugendfeuerwehrwart, Klaus Hellfeld, mitteilte waren neun Jungfeuerwehrmänner und -frauen, sowie fünf erwachsene Aktive beteiligt. Ungeachtet des Regens fanden die Tannenbäume regen Absatz. In diesem Jahr ging der Erlös zu gleichen Teilen an die Kindergärten St. Franziskus Uedem und St. Judokus Keppeln.

Wärmende Getränke und winterliche Leckereien fehlten nicht: am Werberingstand gab es Würstchen und (weißen) Glühwein, bei der Kolpingfamilie die begehrten Reibekuchen, und die Mitarbeiter von Café Konkret verkauften Säfte und Waffeln. Geschenke, die man in keinem Kaufhaus findet, sind selbstgemacht. Die Uedemer Hohe Mühle, der Kölner Dom oder das Fußballstadion von Gladbach – diese und noch mehr Motive als filigran gesägte hölzerne Schwibbögen verkauften Marina und Markus Drofenik. Stammgäste in Uedem sind auch Manuela Weyhofen und Annette Schulte aus Sonsbeck mit einem großen Angebot selbstgenähter Taschen, Kissen, Wärmesäckchen. Zufrieden trotz Regen zeigte sich Werberingchefin Heidi Binn. „Toll, was aus der ursprünglichen Idee geworden ist, Kindern ein paar Schokonikoläuse zu schenken“, berichtete sie von den Anfängen des Büdchenzaubers, der ebenfalls im Regen begann. Initiator war damals vor elf Jahren Rolf Engels, ehemaliger Besitzer des Edeka-Marktes in Uedem. Er ist noch immer dabei und übernahm jetzt die Rolle des Grillmeisters.