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Tourismuskonzept: Minigolf an der Hohen Mühle eine Option

Tourismus : Vision: Minigolf an der Hohen Mühle

Der Uedemer Gemeindeausschuss befasste sich erneut mit dem Tourismuskonzept. Ein konkretes Ergebnis gab es nicht. Einig war man sich darin, das Uedemer Wahrzeichen stärker in die Überlegungen einzubeziehen.

Im Herbst des vergangenen Jahres hatte das Büro ift Freizeit- und Tourismusberatung aus Köln dem Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Wirtschaftsförderung und Tourismus in Uedem ein Konzept für die Schustergemeinde vorgestellt. Daraufhin wurde im Arbeitskreis „Tourismus“ Anfang dieses Jahres über die in dem Konzept enthaltenen sogenannten „Starterprojekte“ gesprochen (siehe Info). Dazu gehören zum Beispiel Maßnahmen wie „Attraktivierung des Marktplatzes“, „Entwicklung des Hochwaldes“, „Ausbau Übernachtungsmöglichkeiten“ und „Regionale Produkte“.

In der jüngsten Sitzung des Gemeindeausschusses Mitte Februar stand das Thema Tourismus-Konzept dann erneut auf der Tagesordnung. Bürgermeister Rainer Weber hatte sich im Vorfeld gewünscht, dass „die zu erreichenden touristischen Ziele noch einmal genau definiert“ werden. Und um es vorwegzunehmen: Es sollte beim Wunsch bleiben.

Zwar sind sich die Fraktionen einig darin, dass der Tourismus in und um Uedem durchaus förderungswürdig ist, doch beim Blick aufs Detail zerfasern die Gemeinsamkeiten schnell. Die Hochwald-Entwicklung durch Beschilderung und Möblierung sei beispielsweise zweifelsohne ein guter Plan, so Michael Lehmann von der CDU, doch Lehmann, der auch Vorsitzender des Heimatvereins Uedem ist, wies darauf hin, dass es sich dabei um ein langwieriges Unternehmung handele. Also nicht als Starterprojekt geeignet sei.

Das Thema mögliche Standortoptimierung des Wohnmobilplatzes hielten die Grünen für „nicht sinnvoll“, und auch sie ergänzten: „Erst recht nicht als Starterprojekt“. Zumal offenbar von Verwaltungsseite noch niemand mit dem Eigentümer des derzeitigen Wohnmobilstellplatzes über dieses Ansinnen gesprochen habe.

Interessanter – und wie vom Bürgermeister gewünscht, konkreter - wurde es dann beim Stichwort Hohe Mühle. Im Zuge der Überlegungen und Möglichkeiten machte Weber vorweg eines deutlich: „Entscheidend ist, was der Heimatverein möchte.“ Denn der betreibt dort bekanntlich das Café und organisiert regelmäßig Ausstellungen in dem Gebäude – hatte jüngst aber hin und wieder Schwierigkeiten. Darauf angesprochen sagte der Vereinsvorsitzende Lehmann: „Ja, wir hatten zuletzt Personalprobleme und auch die Besucherzahlen sind nicht mehr so gut. Aber wir geben uns Mühe!“ Auch zu einer möglichen Alternativ- oder Folge-Nutzung äußerte er sich: „Für die goldene Idee räumen wir sofort das Feld“, so Lehmann knapp.

Gaby Höpfner von den Grünen brachte dann erneut ihre Vision von einer Minigolf-Anlage an der Hohen Mühle ein und erhielt Unterstützung vom Ausschuss-Vorsitzenden, Jörg Lorenz. Der SPD-Politiker sagte, eine Kombination aus Mühle und Minigolf sei „vorstellbar, aber Zukunftsmusik“. Auch er verwies darauf, dass in diesem Bereich ohne den Heimatverein nichts entschieden werden könne. Wie genau das Tourismus-Konzept also umgesetzt wird, bleibt vorerst unklar. Bislang gibt es nur einige Ideen, von der Umsetzung ist Uedem noch weit entfernt.

Um das Ganze anzuschieben, könnte eine Aussage Lehmanns helfen: „Wir dürfen nicht vergessen, dass viele der Maßnahmen nicht nur auf Touristen abzielen, sondern auch auf uns.“