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Goch: Tod durch Polizeischüsse - so geht es jetzt weiter

Goch : Tod durch Polizeischüsse - so geht es jetzt weiter

Viele Fragen sind nach dem Tod des 37-Jährigen im Gocher Stadtpark offen. Zeugenaussagen und Forensik sollen Klarheit bringen.

Auch vier Tage nach den dramatischen Ereignissen im Gocher Stadtpark, bei denen ein 37-Jähriger durch Schüsse eines Polizisten ums Leben gekommen ist, bleiben viele Fragen offen. Polizei und Staatsanwaltschaft arbeiten mit Nachdruck an den Ermittlungen. Dabei steht im Vordergrund, ob der Polizist, der drei Schüsse auf den Gocher abgab, aus Notwehr gehandelt hat. "Das maßgebliche Kriterium dafür wird sein, wie weit der Beamte von dem 37-Jährigen entfernt gestanden hat", sagt Oberstaatsanwalt Günter Neifer. Dies soll über mehrere Wege ermittelt werden.

"Eine zentrale Rolle wird die Zeugenaussage des Kollegen spielen", sagt Günter Neifer. Die Befragung des Polizisten sei aber genau wie die des Schützen noch nicht abgeschlossen. "Man wird sehen, ob der Polizist, der die Schüsse abgegeben hat, vernehmungsfähig ist und ob er von seinem Recht zu schweigen Gebrauch macht", sagt Neifer.

Neben den Zeugenaussagen sollen aber auch Erkenntnisse vom Tatort, dessen Aufnahme bereits abgeschlossen ist, das Bild vervollständigen. Spezialkräfte der Polizei, unter anderem das LKA aus Düsseldorf, das mit der Tatortvermessung betraut war, waren im Stadtpark anwesend.

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Auch von der Gerichtsmedizin erhofft sich der Staatsanwalt weitere Antworten. "Bisher liegt uns nur ein vorläufiger Obduktionsbericht vor. Im abschließenden Bericht werden auch Aussagen über den Verlauf der Schusskanäle gemacht, die uns weiterhelfen können", sagt Neifer. Dies benötige aber ebenso Zeit wie der umfassende toxikologische Bericht. "Ein Schnelltest kann für einen begrenzten Bereich zügige Informationen liefern. Wir benötigen aber ein umfassendes Bild, was sowohl einen möglichen Drogen- wie auch Alkoholkonsum des 37-Jährigen angeht", sagt Neifer. Im Laufe der kommenden Woche sei dort mit neuen Erkenntnissen zu rechnen.

Ob die beiden Beamten den Gocher erkannten, als sie ihn im Stadtpark antrafen, ist nicht geklärt. Der 37-Jährige sei aber polizei- wie gerichtsbekannt gewesen, bestätigt Günter Neifer.

Gegen 14.30 Uhr war die Polizei in den Stadtpark gerufen worden, weil ein Mann sich unsittlich verhalten und mit einem Messer herumgefuchtelt habe. Als die Beamten eintrafen, sei der Mann Polizeiangaben zufolge aggressiv geworden und habe sie mit dem Messer angegriffen. Daraufhin schoss ein Polizist.

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(lukra)