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Tischtennis-Training für beeinträchtigte Kinder in Nierswalde

Sport für beeinträchtigte Kinder : Schritt für Schritt an die Tischtennis-Platte

Beeinträchtigte Kinder werden seit einigen Wochen in Nierswalde von Tischtennis-Coach Hans-Peter Bause an den Sport herangeführt. Auch in Kleve könnte ein solcher Kurs an den Start gehen. Doch noch fehlt es an Anmeldungen.

In der Sporthalle des VfL Nierswalde geht es donnerstagabends bemerkenswert laut zu. Kinder schlagen mit Tischtennisschlägern gegen Wasserbälle, spielen kreischend Fangen oder treten mit großem Eifer beim Elfmeterschießen an. Für die Gruppe beeinträchtigter Kinder zeichnet Hans-Peter Bause verantwortlich. Der Tischtennis-Coach und Kreis Klever Jugendwart hat vor Wochen ein neues Angebot gestartet: Sportkurse für Kinder, die es in anderen Klubs schwer haben würden.

„Gehandicapte Kinder gehen in vielen Vereinen unter. In der Region gibt es sehr wenige Angebote explizit für sie – abgesehen von Fußball und Judo. Daher wollten wir ein neues Konzept an den Start bringen. Die Kinder haben hier die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und koordinative Fähigkeiten zu verbessern“, sagt Antje Engler-Janßen, Tischtennis-Abteilungsleiterin beim VfL Nierswalde. Der Name der Gruppe lautet ‚X-Kids’, erstmals fanden die Beteiligten im Oktober 2020 zusammen. Doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung, nach den Sommerferien ging es nun wieder richtig los.

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Anfangs habe es durchaus Bedenken gegeben, die sich mittlerweile allerdings in Luft aufgelöst hätten. In der Praxis hätten sich die Ideen von Hans-Peter Bause bewährt. „Tischtennis ist natürlich ein sehr schnelles Spiel, das eine sehr gute Auge-Hand-Koordination erfordert. Daher führen wir die Kinder sehr behutsam und Schritt für Schritt an den Sport heran. Wir fordern nichts, sondern machen nur ein Angebot“, sagt Antje Engler-Janßen, die die Eltern während der Sporteinheiten betreut.

„Das Besondere ist, dass die Kinder hier die ganze Zeit über lachen. Bei regulären Angeboten ist das häufig nicht der Fall: Sie werden ausgeschlossen oder bei Mannschaftssportarten zuletzt gewählt“, sagt Bause. Er würde sich an die Fähigkeiten des Nachwuchses anpassen. Luftballons, Reifen, Hütchen, überdimensionale Bälle – bei der Wahl der Spielgeräte zeigt sich die Kreis Klever Tischtennis-Koryphäe kreativ. Nur Tischtennisplatten stehen noch nicht parat. „Und wenn ich merke, dass die Kinder keinen Spaß mehr an einer Übung haben, dann machen wir eben etwas anderes. Da muss man anpassungsfähig bleiben. Immerhin will ich, dass die Kinder in der nächsten Woche auch wieder kommen“, sagt Bause.

So sollen die Heranwachsenden erst einmal an den Umgang mit Bällen herangeführt werden. Im zweiten Schritt sind Tischtennis-Schläger ins Spiel gekommen. Schlussendlich will Hans-Peter Bause auch erste Schlagtechniken vermitteln. „Aber erst dann, wenn die Kinder wirklich bereit dazu sind. Es kommt uns auf das Erlebnis, nicht auf das Ergebnis an“, sagt der Trainer. Langfristig könnten die Kinder dann in den regulären Trainingsalltag integriert werden. Damit das zügig klappt, sind nun bereits Jugendliche mit Assistenztrainerlizenz mit von der Partie. Weitere werden in den kommenden Monaten ausgebildet.

Beim VfL Nierswalde wird das Angebot gut angenommen. Acht Kinder sind donnerstags von 18.15 bis 19.15 Uhr in der Turnhalle dabei. Mehr sollen es auch nicht sein, sonst könne man kaum effektiv arbeiten, so die Veranstalter. Ganz anders schaut es in Kleve aus. „Wir stehen auch bei Weiß-Rot-Weiß Kleve in den Startlöchern und haben überall Werbung gemacht. Wir haben uns an die Schulen in Goch und Kleve gewandt, auch an die Landrätin. Die nötige Resonanz blieb aber aus, noch gibt es keine Anmeldungen“, sagt Bause. Daher wendet er sich erneut an die Öffentlichkeit. Mittwochs von 18 bis 19 Uhr soll in der Kreisstadt trainiert werden. „Wir sind uns sicher, dass es viele Eltern und Kinder gibt, die Interesse an einer Teilnahme haben. Wir wollen zeigen, dass es nicht in erster Linie um das Erlernen des Tischtennis-Spiels geht. Uns geht es darum, dass die Kinder Freude am Sport und an der Gruppendynamik haben“, sagt Bause.