Goch/Weeze: Tinker lassen großen Müllberg zurück

Goch/Weeze : Tinker lassen großen Müllberg zurück

Die Iren sind weitergezogen, Kommune ist nicht für die Abfallentsorgung zuständig.

Zwei Schuhe liegen mitten auf dem Parkplatz, am Baum lehnt ein demoliertes Rad und direkt daneben türmt sich ein großer Berg aus Unrat und Müllsäcken. Die Tinker haben den Parkplatz an der Autobahnauffahrt an der B9 verlassen, zurückgelassen haben sie jede Menge Abfall. Kein schöner Anblick, wie nicht nur eine Anruferin bei der RP meinte. "Es kann doch nicht sein, dass die Bürger für Müllentsorgung zahlen müssen und hier der Abfall einfach auf einem Parkplatz hinterlassen wird", sagte die Frau, die das Ärgernis auf dem Weg von Goch nach Kevelaer gesehen hatte.

Auch ein Autofahrer, der gerade Pause auf dem Parkplatz macht, schüttelt nur den Kopf. "Wenn sich jemand hier schon mehrere Tage niederlässt, dann sollte doch wenigstens nachher seinen Abfall mitnehmen", schimpft er. Jetzt müsse die Allgemeinheit für die Kosten der Entsorgung aufkommen. Wann der Müllhaufen verschwindet, ist derzeit offen. Die Kommune Weeze ist nicht zuständig, obwohl der Parkplatz auf dem Weezer Gemeindegebiet liegt.

Aber Eigentümer des Park-and-Ride-Platzes an der Autobahn ist der Bund, wie bei der Autobahn selbst. Zuständig ist damit der Landesbetrieb NRW. Wie berichtet, hatten sich in der letzten Woche nicht sesshafte Iren auf dem Parkplatz niedergelassen, so genannte Tinker. Die Anlage war durch zahlreiche Wohnmobile komplett blockiert. Das verärgerte viele Pendler, die den Platz nutzen. Zudem waren vier Wagen zerkratzt worden. Vermutet wird, dass Kinder der Tinker mit ihren Fahrrädern an den dort geparkten Fahrzeugen vorbeigeschrammt sind. Die Ermittlungen zur Sache laufen. Personalien ließ die Polizei allerdings nicht feststellen, das sei unverhältnismäßig, hieß es. Ohnehin seien hier die örtlichen Behörden zuständig, erläutert Kreissprecherin Ruth Keuken. Bei dem Lagern auf dem Parkplatz über längere Zeit handele es sich um einen Verstoß beim ruhenden Verkehr. Und für den ist die jeweilige Stadt oder Kommune verantwortlich, in diesem Fall Weeze.

Das Ordnungsamt hat sich mehrfach ein Bild vor Ort gemacht und von den Tinkern die Auskunft bekommen, dass sie über Ostern abreisen würden. Das ist auch passiert, wo sie sich jetzt aufhalten, ist in Weeze nicht bekannt. Ziel ist, dass kreisweit eine Marschrichtung gefunden wird, wie künftig mit solchen Vorfällen umgegangen werden soll. Denn wenn eine Kommune die Tinker vertreibe, verlagere sich das Problem nur in die nächste Stadt. Das sei keine Lösung.

(RP)