Theaterwerkstatt Haus Freudenberg Goch führt Jules-Verne-Klassiker auf

Theaterwerkstatt : Weltreise mit der Theaterwerkstatt

Die Theaterwerkstatt Haus Freudenberg, Standort Goch, führt den Jules-Verne-Klassiker „In 80 Tagen um die Welt“ auf. Geplant sind vier Vorstellungen in Kevelaer und Geldern, der Ticketverkauf beginnt Ende dieses Monats.

„Ein einziges Bild wird uns um die Welt tragen“, so beschreibt Regisseurin Anna Zimmermann-Hacks das Bühnenbild für „In 80 Tagen um die Welt“, das sie mit dem Theaterensemble Haus Freudenberg in Kevelaer und Geldern aufführen wird. Von den 48 mitwirkenden Schauspielern waren zwölf auch zur Pressekonferenz am Standort Goch gekommen, gaben einige Kostproben aus den Szenen und einen Eindruck davon, wie sie den Jules-Verne-Klassiker auf die Bühne bringen werden.

In Ermangelung eines Zuges stellte die Gruppe die Eisenbahn, in der Phileas Fogg mit seinem Diener Passepartout reist, einfach mit ihren Bewegungen dar. „Die Menschen sind Teil des Bühnenbildes“, erklärte die Regisseurin. Überhaupt sei das Bühnenbild eine Herausforderung gewesen, das Ergebnis sei nun „abstrakt, zeitlos, vielfältig und extravagant“. Jeder Schauspieler präsentierte einige Sätze seiner Rolle und sagte, weshalb er mitmacht. Spaß am Theaterspielen und die schöne Erfahrung gemeinsamen Tuns kristallisierten sich als Schnittmenge aller heraus.

Gregor Wellens zum Beispiel ist der Zugführer. „Ich mache zum ersten Mal mit und bin fasziniert von der gemeinschaftlichen Theaterarbeit“, sagte er. Ingo Tebarth spielt den lebenslustigen Passepartout. „Weil Schauspiel einfach Spaß macht“, lautete seine klare Begründung. Max Hoyer sieht die Teilnahme am Stück als Herausforderung in seinem Leben an. „Ich möchte jede Herausforderung annehmen“, erklärte er. Indra Sinnwell absolvierte bei Haus Freudenberg ihr Freiwilliges Soziales Jahr. „Als dies zu Ende war, fand ich durch die Theaterwerkstatt einen Weg, weiter mit dieser Gemeinschaft verbunden zu sein“, sagte sie. Eine Saloon-Besitzerin in San Francisco ist ihre Rolle. Dort wird ein „schießwütiger Cowboy“ auftauchen, dargestellt von Dominik Pichler, Bürgermeister von Kevelaer.

Zum zweiten Mal gehört er dem Ensemble an und freut sich darüber: „Hier darf ich sein wie ich bin und auch mal die Haare offen tragen“, sagte er lächelnd.

Olaf Böcker, Förderschul-Lehrer an der Don-Bosco-Schule in Geldern, macht ebenfalls zum zweiten Mal mit. „Es ist schwer, wieder loszulassen. Es ist wie eine Familie“, sagte er. Eine stimmungsvolle Kostprobe der Live-Musik zum Stück boten Felix Pickers und Vivian Zastrow mit „Heute hier morgen da“ von Hannes Waader.

Die Kostüme, angepasst an Rollen und Schauspieler-Persönlichkeiten schneidert Bärbel Sommer. Zum sechsten Mal studiert die Theaterwerkstatt Haus Freudenberg ein Stück unter der Leitung von Anna Zimmermann-Hacks ein. Die Truppe besteht zu 70 Prozent aus Beschäftigten und Mitarbeitern von Haus Freudenberg, 30 Prozent kommen von außen dazu. Die Idee, „aus dem Kreis herauszugehen“, sei vor 15 Jahren geboren worden, vor sechs Jahren habe die erste Aufführung stattgefunden. „Der Weg ist nicht einfach, aber wir schaffen etwas gemeinsam, das ist entscheidend“, beschreibt die Theatertherapeutin ihre Arbeit. Sie ist Mitarbeiterin der Haus Freudenberg GmbH, wo Menschen mit Behinderung rehabilitiert, betreut und beschäftigt werden. Für die Inszenierung der Abenteuergeschichte um Phileas Fogg mussten viele Rollen besetzt werden. „Kämpfe“ um die Rollen gäbe es nicht, so die Regisseurin, denn die Verteilung übernehme sie selbst. „Jeder soll wissen: egal wie klein die Rolle ist, sie ist wichtig“, betonte sie.

Stephan Sommer vom Organisationsteam weist darauf hin, dass die Aufführungen der letzten Jahre immer schnell ausverkauft waren, es lohne sich eine frühzeitige Reservierung.