Uedem Theaterstück klärt über Cyber-Mobbing auf

Uedem · Schüler der Hanns-Dieter-Hüsch-Schule sahen im Bürgerhaus ein Stück über das Mobbing im Internet.

Wie erstarrt schauen die Jugendlichen zur Bühne. Die Fragezeichen über ihren Köpfen sprechen Bände: Wie jetzt? Die coole Lea, die zur Casting-Agentur will, hat einen Selbstmordversuch hinter sich gebracht? Die ach so lässige Schülerin ist jetzt in der Psychiatrie? Unvorstellbar! Und doch so nah an der Realität.

"Fake oder War doch nur Spaß" ist das Stück zum Thema Cyber-Mobbing und Medienkompetenz von Karl Koch überschrieben, das die Hanns-Dieter-Hüsch-Verbundschule Uedem jetzt im Bürgerhaus zum Thema machte. Das Ensemble "Radiks" aus Berlin beeindruckte, überzeugte und regte zum Nachdenken im Umgang mit Facebook und Co. sowie Mobbing unter Jugendlichen im Allgemeinen an.

Die Schauspieler Corinne Thalmann und Tim Engemann spielten grandios die fiktive Geschichte von Lea und ihrem Traum, Sängerin zu werden. In verschiedene Rollen schlüpfend, vom Vater über den Freund bis zum Lehrer, stellten sie professionell zu zweit das dar, was in der Welt des Cyber-Mobbings passiert: Neid, Lügen, Konkurrenz und Missgunst werden in der virtuellen Welt zum Selbstläufer — ein echter Sport, andere auszugrenzen und bloß zu stellen. Einer, der im Zweifel bis zur Ausweglosigkeit und somit zum Selbstmord führen kann.

In Form eines Dokumentartheaters schilderten die Schauspieler Emotionen, Gespräche und Intrigen in den Szenen, aber auch während zwischenzeitlicher Ansprache an das Publikum. Die Grenzen zwischen Schauspiel und Realität waren nahezu fließend — und sollten bewusst von den jungen Zuschauern unterschieden werden können.

Im Anschluss an das Stück stellten die Sechst- bis Achtklässler der Verbundschule ihre Fragen an die Schauspieler sowie ihre Gedanken zum Thema Mobbing zusammen: Wie hätte die Eskalation verhindert werden können? War die Entwicklung absehbar? Und wer hätte an welchem Punkt eingreifen können? Das und vieles mehr beschäftigte die jungen Teilnehmer im Uedemer Bürgerhaus.

Ein aktuelles Thema, vorher und nachher im Unterricht besprochen, sei in dieser Form aufbereitet eine erstklassige Ergänzung, waren sich Lehrerin und Organisatorin Erika Stüven von der Verbundschule sowie Eltern- und Fördervereinvertreter Uwe Persicke einig. "Es gilt, den richtigen Umgang mit der Online-Welt zu erlernen und zu erkennen, welche unbeabsichtigten Gefahren sich dahinter verbergen können", so Erika Stüven.

Möglich gemacht hat diese Aufführung die Volksbank an der Niers, "der wir natürlich sehr dankbar sind", so Erika Stüven. Infos unter www.ensemle-radiks.de.

(kare)
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