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ter Kelling an Stadtwerke Goch verkauft als Haus am See

Kessel : Feiern am See im früheren ter Kelling

Das Attraktivste an „ter Kelling“, der Event-Gastronomie im Gocher Ortsteil Kessel, ist bislang zu wenig genutzt worden. Unter neuer Führung rückt das „Haus am See“, das nun zu GochNess gehört, die Lage am Wasser in den Mittelpunkt.

Das Ensemble hätte ein echtes Problem für die Entwicklung des Freizeitbereichs von Kessel werden können. Jahrelang war „ter Kelling“, das es nie so recht geschafft hatte, eine gute Gocher Adresse zu werden, nur noch wenig wahrgenommen worden. Dann sollten Gelände und Gebäude an einen Unternehmer verkauft werden, der dort Zeitarbeiter unterbringen wollte. „Die Stadt Goch hatte bereits mit einer ähnlichen Situation in Hülm schlechte Erfahrungen gemacht, da dort der soziale Frieden der Dorfgemeinschaft erheblich beeinträchtigt wurde“, sagt Carlo Marks, Geschäftsführer der Vermögensverwaltungsgesellschaft der Stadt Goch. Nicht wenige Gocher hatten sich gewundert, warum „die Stadtwerke“, die ja Goch Ness betreiben, nun auch noch einen Hotelbetrieb führen sollen. Carlo Marks versichert aber, dass er nicht vorhabe, Hoteldirektor zu werden, mittelfristig soll das Ensemble vermietet, verpachtet oder sogar verkauft werden Erst einmal aber ist es gesichert, damit ein wichtiges Filetstück am See nicht in fremde Hände gerät.

Gekauft hat die Gesellschaft der Stadt Goch „ter Kelling“ im Einverständnis mit dem Rat im Februar (RP berichtete). Seitdem konnten alle Kunden, die Buchungen für Feiern oder Übernachtungen hatten, die Lokalität wie geplant nutzen, überhaupt wurde der Betrieb uneingeschränkt fortgeführt. Die Monate seit der Übernahme nutzte die Vermögensgesellschaft allerdings für notwendige Renovierungen. Rund 170.000 Euro seien bisher investiert worden, eine kleinere Summe werde noch dazu kommen. „Wir haben die gesamte Rasenfläche samt Wegen und Sträuchern erneuert, der parkplatz bekam einen neuen Untergrund und eine neue Beleuchtung, auch der Spielplatz wurde überholt“, zählt Marks auf.

Genauso nötig waren Schönheitskorrekturen an Holzboden und Wänden sowie eine neue Küchentechnik. Bei künftigen Feiern soll ein neues Lichtkonzept für noch bessere Stimmung sorgen. In den 15 Hotelzimmern soll demnächst noch der Teppichboden zugunsten eines anderen Bodenbelags entfernt werden, der Tagungsraum im Gebäude ist bereits modernisiert. Vor allem sei er nun technisch auf dem neuesten Stand (wobei die Seminaristen sicher öfter mal aus dem Fenster in den Park und Richtung See blicken).

Wenn künftig Empfänge, Trauungen oder andere Feiern stattfinden, dürfte der Außenbereich eine große Rolle spielen. Das Hochzeitsfoto vor dem See wird sicherlich ein Klassiker werden. Pavillons können aufgebaut und die große Terrasse genutzt werden; falls das Wetter nicht mitspielt, ist auch im „Marktplatz“ genannten Innentrakt und den angrenzenden Sälen viel Platz. „Wir können komplett getrennte Bereiche oder auch das komplette Haus anbieten“, sagt Marks. Übrigens sollen auch die Kesseler Bürger etwas vom „Haus am See“ haben: „Verschiedene Gruppen und Verbände sollen die Location ebenfalls nutzen können. Wer das möchte, kann gene auf uns zu kommen. Wir verstehen das ,Haus am See’ auch als großes Dorfhaus für Goch!“ Denn Orte für Veranstaltungen mit vielen Gästen fehlten in der Umgebung. So hatte bekanntlich auch eine Investorengruppe argumentiert, die vor einiger Zeit beantragt hatte, auf dem Gocher Berg einen Festsaal bauen zu dürfen. Widerstand aus der Nachbarschaft hatte die Politik bewogen, die Zustimmung zu versagen.

Was es auch künftig nicht geben soll, ist eine Gastronomie im Sinne eines regelmäßig geöffneten Restaurants. „Eine eigene Küche bieten wir nicht an. Wir sind glücklich, dass wir mit Lothar und Daniel Quartier einen regionalen Caterer als Partner gewinnen konnten“, erklärt Marks. Wer das unbedingt wolle, dürfe zu seiner Feier auch einen eigenen Caterer mitbringen. Im „Baukastensystem“ können die Kunden buchen, was sie benötigen: Getränke, Besteck / Geschirr, Tontechnik, Deko – alles vorhanden. Was nicht geht: nur Räume mieten und sonst alles selber machen. Man müsse schließlich auch Geld verdienen.

Ausgeweitet werden soll der Bereich Veranstaltungen, auch, um das Haus ganzjährig auszulasten. Ansprechpartner fürs Feiern, Tagen und Übernachten im Internet unter hausamsee-gochness.de