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Goch: Teamarbeit zugunsten der Greifvögel

Goch : Teamarbeit zugunsten der Greifvögel

Gleich neben dem Weezer Tierpark betreibt Wilhelm Schnabel die Wildtierauffangstation des Kreises Kleve. Weil nicht alle gesundgepflegten Eulen und Co. wieder ausgewildert werden können, übernimmt der Tierpark einige von ihnen.

Die Hühner und sonstigen gefiederten Bewohner des Weezer Tierparks können weiter ihre relative Freiheit genießen: Am Aufstallungsgebot wegen der Vogelgrippe sind sie so gerade noch mal vorbei geflattert. "Ich hatte extra noch unseren Tierarzt gefragt, der mir zum Glück bestätigen konnte, dass wir nicht betroffen sind. Nur die rheinnahen Orte im Kreis Kleve müssen ihre Hühner und Gänse einsperren." Theo Erretkamps, Leiter des Weezer Tierparks, kann seine Gedanken deshalb wieder auf andere Themen richten. Die im übrigen auch mit "Federvieh" zu tun haben.

Seit nämlich Wilhelm Schnabel gleich nebenan seine private Greifvogel-Station samt der Wildtierauffangstation des Kreises Kleve betreibt, spielen Raubvögel im Park eine größere Rolle. Schnabel kümmert sich sowohl um Vögel, als auch um andere Wildtiere, die ihm gutmeinende Zeitgenossen bringen. "Unsere Station ist voll bis an den Rand", sagt der Fachmann, der über die Unkenntnis vieler Zeitgenossen den Kopf schüttelt. "Wer zum Beispiel eine junge Eule findet, sollte sie einfach zurück in den Baum setzen, statt sie zu mir zu bringen. Ebenso ist es mit jungen Hasen. Es ist normal, dass man sie schon mal ohne ihre Mutter findet. Sie werden nämlich nur einmal am Tag gefüttert, ansonsten ist die Mutter unterwegs." Dass insbesondere Vögel ihre Nachkommen verstoßen, wenn ein Mensch sie mal berührt hat, sei eine Mär. "Die können überhaupt nicht riechen", erklärt Tierarzt Klaus Immel. Meist sei es besser, sie dort zu belassen,wo sie sind.

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Schnabel ist mit seiner Auffangstation, die er getrennt von der Falknerei betreibt, angetreten, verletzten Wildtieren zu helfen. Er räumt ein, dass es für Laien natürlich nicht ganz einfach sei, festzustellen, ob ein Tier Hilfe benötige. Für ihn bedeutet die Fürsorge der Mitmenschen jedenfalls, dass er ziemlich viele Vögel unterbringen muss. Und viele von denjenigen, die wieder gesund werden, lassen sich später nicht mehr auswildern. Sie kommen mit der Nahrungssuche nicht zurecht. So geht es zum Beispiel zwei Waldohreulen, die der Tierpark jetzt übernommen hat. "Sie können zwar fliegen, längere Beuteflüge schaffen sie aber nicht", sagt Schnabel. Deshalb dienen sie jetzt den Tierparkgästen zur Anschauung. "Wenn wir mehr Volieren hätten, würden wir gerne mehr Vögel übernehmen", sagt Erretkamps. Er freut sich auch über die Großeulen sehr, denn wer könne sie in freier Wildbahn schon beobachten?

Greifvögel wie Falke, Habicht oder Bussard, die nicht wieder ausgesetzt werden können, nutzt Schnabel gerne zur Zucht. Deren Nachwuchs wird dann später möglichst in die Natur entlassen. Was aber nur gelingt, wenn die Jungtiere keinen nahen Kontakt zum Menschen hatten.

Sie leben deshalb recht versteckt in Gehegen, zu denen Besucher keinen Zutritt haben. Ab und zu wird auch versucht, erwachsene Tiere wieder auszuwildern. So wie letztens zwei Schleiereulen, die in Achterhoek in die Natur entlassen wurden. Ob sie überleben, steht in den Sternen.

(RP)