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Goch: Tausende sehen WM-Krimi in Goch

Goch : Tausende sehen WM-Krimi in Goch

Auch das zweite Gruppenspiel der deutschen Elf wurde an der Copa Gochana live übertragen. Noch mehr Besucher als beim Auftaktspiel pilgerten nach Kessel, um die deutsche Nationalelf am Stadtstrand anzufeuern.

Copa Gochana, Samstag, 21 Uhr: Anstoß der Partie Deutschland-Ghana, tausende Fußballfans stehen am Kesseler Strand und hoffen auf den zweiten Sieg im zweiten WM-Gruppenspiel. Noch weit mehr Fans als beim ersten Spiel von Jogis Elf hatten den Weg an die Gocher Public-Viewing-Meile gefunden, hatten sich das Deutschland-Trikot übergeworfen, ihre Wangen in den Nationalfarben bemalt und ihre schwarz-rot-goldenen Flaggen hervorgeholt, um Müller & Co. aus der Ferne zu unterstützen.

Und wieder ist sie bestens gewesen, die Stimmung in Kessel: Sprechchöre, "Deutschland"-Rufe und entschlossene Blicke vor dem Anpfiff sorgten für die richtige Atmosphäre vor dem zweiten Gruppenspiel - allein das Spiel der Deutschen gab weniger Anlass zur Freude als beim fulminanten 4:0-Auftakt gegen Portugal.

Einer, der es geahnt hat: Dennis (17) aus Weeze, er ist mit einigen Freunden nach Goch gekommen, um die Nationalelf gegen Ghana anzufeuern. "Ich glaube das wird heute eine harte Nummer. Ich habe nicht so ein gutes Gefühl wie vor dem Spiel gegen Portugal", sagt er nervös, während auf der riesigen Leinwand die Aufstellung der ghanaischen Elf eingeblendet wird. Und er sollte recht behalten: Spätestens mit dem Schuss von Asamoah Gyan in der 7. Spielminute war auch dem optimistischsten Deutschland-Fan an der Copa Gochana klar, dass Ghana schwerer zu knacken sein würde als die Portugiesen im Auftakt-Spiel.

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Ihren "Liebling" hatten die Public Viewing-Besucher aber auch diesmal wieder: Während gegen Portugal vor allem Cristiano Ronaldo mit Pfiffen und wenig schmeichelhaften Zurufen aus Kessel eingedeckt wurde, so war es diesmal Kevin-Prince Boateng, den die Gocher Zuschauer regelmäßig mit Kommentaren, Rufen und Sprechchören bedachten.

Tief durchatmen hieß es dann in der Halbzeitpause: Ein Tor hatten die Copa Gochana-Gäste nicht gesehen, und während die einen die Pause nutzten, um Bier zu holen (oder wegzubringen), tanzten einige Besucher barfuß zur eingespielten Musik am Sandstrand. Dennis und seine Freunde gehörten zur ersten Fraktion, pünktlich zum Wiederanpfiff standen sie mit vollem Bierbecher vor der Leinwand, mitten in der Menge, die diesmal aufgrund der höheren Besucherzahl enger zusammengerückt war als beim ersten Deutschlandspiel. "Ich hab' dir gesagt das wird eine harte Nummer", sagt er seinem Begleiter Marc, der den Kopf zur Seite legt und die Augen verdreht. "Die machen das schon", antwortet Marc - ganz so siegessicher wie vor Anpfiff wirkt aber auch er nicht mehr, zumindest bis zur 51., als Mario Götze den Führungstreffer für Jogis Elf erzielt. Gleich reihenweise entsetzte Blicke sah man in der Copa Gochana dann in den Minuten 54 und 61, als Ghana zunächst durch André Ayew ausglich und dann durch Gyan gar in Führung ging. Und so ruhte die Hoffnung auf Miroslav Klose, dessen Einwechslung in der 69. von den Gochern mit einem lautstarken "Klooooose!"-Ruf gefeiert wurde, ebenso wie das Tor, das der deutsche Rekordtorschütze zwei Minuten später erzielte.

Fazit: Der Stimmung in Kessel tat das Ergebnis keinen großen Abbruch, bei angenehmen Temperaturen fieberten die Gäste in der Menge mit oder genossen das Spiel mit mehr Freiraum vom Sandstrand aus. Dennis und Co. wollen auch das dritte Gruppenspiel der Deutschen in Goch verfolgen, sind begeistert von der Stimmung und der Atmosphäre an der Copa Gochana. Und während er seinen Bierbecher mitbringt, weicht dann auch bei Dennis der gesunde Realismus dem WM-typischen Optimismus: "Gegen die USA machen wir das schon!"

(RP)