Tanz und Spaß auf dem 11. Männerballett-Turnier im Kastell in Goch

11. Männerballett-Turnier in Goch : Tanzende Männer mit viel Pläsier

Das 11. Männerballett-Turnier des Karnevalsvereins der Gocher Feuerwehr war eine unterhaltsame Show vor ausverkauftem Haus. Noch einmal herrschte große Karnevalsstimmung im Kastell.

Am Aschermittwoch ist doch nicht alles vorbei, denn in Goch gibt es seit elf Jahren das Männerballett-Turnier, ausgerichtet vom Karnevalsverein der Freiwilligen Feuerwehr Goch (KFG). Dort zeigen die tanzenden Männer der Karnevalsvereine der Region noch einmal ihre Darbietungen, treten miteinander an zu einem sportlichen Wettbewerb, sorgen aber in erster Linie erneut für große Karnevalsstimmung.

Das Gocher Kastell war bis auf den letzten Quadratzentimeter besetzt, das Publikum von Anfang an bei bester Laune. „Bestimmt sind hier viele Ehefrauen, die ihre Männer mal bei der Arbeit sehen wollen“, so der karnevalsbegeisterte Bürgermeister von Goch, Ulrich Knickrehm. Schwungvoll führten die beiden Moderatorinnen Birgit Heutgens und Katja Jansen durch das vollgepackte Programm. Sie sind Fachfrauen der Materie, denn sie trainieren schon seit einigen Jahren das Männerballett des KFG, das noch einmal seine lustige Boris-Becker-Show präsentierte, jedoch als Gastgeber „außer Konkurrenz“.

„Männerballett wird oft belächelt. Aber da hüpfen nicht nur ein paar Jungs herum, nein, das ist toller Sport und große Unterhaltung“, sagte Katja Jansen. Dies bestätigte jeder Auftritt an diesem Abend. Zwölf Vereine waren eingeladen, elf traten auf, denn die „Lückenbüßer“ aus Porselen mussten krankheitsbedingt absagen.

Außer Konkurrenz absolvierte die Prinzengarde aus Straelen den tänzerischen Auftakt in grünen Uniformen und Federhüten. Auf diese Truppe sind Katja Jansen und Birgit Heutgens besonders stolz, denn auch diese „Jungs“ trainierten zwei Jahre lang unter der Leitung der beiden Gocherinnen.

Teilnehmer seit elf Jahren und mit der längsten Anfahrt (151 Kilometer) sind die „Tanzbienen“ aus Neunkirchen-Seelscheid. In einem Augenblick von null auf hundert legten sie los und rockten die Bühne mit allem, was Tanz zu bieten hat: Gardeformationen, Ballett, Romantik, Akrobatik. In Windeseile vollführten sie mehrmalige Kostümwechsel und wirbelten mit nicht nachlassender Energie über die Bühne. „Ihr seid unverzichtbar in unserem Turnier, das habt ihr wieder einmal bewiesen“, so Marco Elbers, Mitglied der fünfköpfigen Jury, in seinem Urteil. Dass die Tanzbienen den Siegerpokal des Abends erhielten, sei an dieser Stelle schon mal gesagt.

Die Platzierungen sind beim Männerballett-Turnier jedoch nicht das Entscheidende. Vergeben wird nur der erste bis dritte Platz, alle anderen erhalten vierte Plätze, denn „Verlierer soll es nicht geben“, so die Moderatorinnen. Humor, Tanz und beste Unterhaltung in einer Vorstellung – das boten auch die „Löschis“ aus Griethausen, die eine Bachelor-Story der witzigen Art vertanzten. „Ich freu’ mich, dat ich so wat Schönes hier heute Abend sehen durfte“, so Hilla Heien, Mitglied der Jury und mit 40 Jahren Erfahrung auf der närrischen Bühne.

Immer wieder neue Ideen begeisterten das Publikum: Die „Schönen und das Biest“ aus Altkalkar als grün glitzernde Schützen, und das Männerballett aus Kendenich kam als „Cheerleaders“ auf Platz zwei. Die Viktoria Boys aus Goch waren Astronauten, die sich in grüne Männchen verwandelten. Die IPK-Herzbuben aus Pfalzdorf zauberten als „Bob der Baumeister“ einen lebendigen Kran auf die Bühne und erhielten auch den „Pläsier“-Pokal der Gruppen. Eine Besonderheit des Turniers: jede Gruppe votete für die Kollegen, die sie am unterhaltsamsten fand. Ganz kollegial.

Den dritten Platz vergab die Jury an die Fun-Factory aus Emmerich, die mit himmelblauen Anzügen eine schwungvolle Strand-Urlaubsstimmung darstellte. Die Froschkönige aus Kellen präsentierten einen spannenden und witzigen James-Bond-Krimi (wir berichteten), und die Roahser Wibbels aus Viersen waren mal Bankräuber und mal Polizisten. Der „Jahrmarkt des Lebens“ war Thema der „Taktlosen“ des Gocher KCC, und „Rocket Dancing“ aus Straelen begeisterten zu Rock ’n’ Roll und Techno. Einen tänzerisch eindrucksvollen Schlusspunkt setzten die „Moving Flashlights“ der Tanzschule „Not just Dancing“ aus Stolberg.

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