Tag der offenen Tür beim Kalkarer Beratungsunternehmen Weise

Kalkar : Chinesen lernen Kalkarer kennen

Beratungsunternehmen Weise hatte Bürger zu einem Tag der offenen Tür in ihre Räume eingeladen.

 Erst gab’s eine Konferenz, wie man sie kennt: Männer in Anzügen, Frauen in Kostümen, Reden, Artigkeiten, formeller Austausch. Das Beratungsunternehmen Weise, das sich vor einem Jahr als erste chinesische Firma in Kalkar und im Kreis Kleve angesiedelt hatte, wollte zeigen, wo es inzwischen steht und wie der weitere Weg aussieht. Laut Verwaltungsassistentin Xia Yu waren der Einladung etwa 50 Menschen ins Klever Rilano-Hotel gefolgt.

Ein schöner Erfolg, fand auch Kalkars Wirtschaftsförderer Bruno Ketteler im Gespräch mit der Redaktion. Zumal die Nachricht, dass schon zum Ende diesen Jahres 20 junge Unternehmen für den ehemaligen Bruker-Komplex gewonnen worden sein werden, allen Gästen Anerkennung abverlangte. Denn das Gebäude an der Kastellstraße, das zuvor leer gestanden hatte, ist ganz schön groß.

„Weise International ist jetzt eine deutsche Firma“, erklärt die Vorstandsassistentin, doch die Start-Ups, die sich ansiedeln, sind durchaus noch überwiegend chinesisch. Die meisten beschäftigen sich mit Import und Export, wollen den Handel zwischen dem Riesenreich im Osten und dem Niederrhein forcieren.  Andere setzen auf kulturellen Austausch und auf Sprachvermittlung: Schon bald soll es in Kalkar möglich sein, im „Heine-Bildungszentrum“ Chinesisch zu lernen. Oder auch – ein Angebot an Chinesen – Deutsch. Drei junge Leute, die Germanistik studiert haben, sind gerade in der Gründungsphase ihres Unternehmens. In Düsseldorf unterrichten sie schon.

Die Konferenz, zu der laut Xia Yu sogar Chinesen aus der Heimat eigens nach Deutschland geflogen waren, war nur der Auftakt zu einem Tag der offenen Tür, der am Nachmittag einige Neugierige in das Büroensemble und auf die Fläche dahinter lockte. Eine Bühne war aufgebaut, auf der eine junge Band und später weitere chinesische Musiker auftraten. Auch Tänze aus Fernost wurden präsentiert, dazu gab’s Kleinigkeiten zu essen, wahlweise von einem China-Lokal aus Kleve oder handgemacht von Mitarbeitern. In großen Kunststoffwannen  hatten sie exotisch anmutende Suppen mit viel Gemüse mitgebracht. An langen Tischen wagten sich einige Besucher (nicht im Fall der Suppe) sogar an Stäbchen.

Womit spielen chinesische Kinder? Offenbar mit Plastikpuppen, die ihre Gesichter ändern können, sie malen gern und basteln mit Ausdauer. „Diese Bastelpackungen sind aber nur für schlaue Kinder“, stellte „Verkäuferin“ Ziyu fest, die offenkundig zu dieser Gruppe gehört. Warum man schlau sein muss, um aus den Papier- und Stoffteilen Figuren zu basteln? „Weil da keine Anleitung bei ist“, erklärte die Neunjährige. Ebenso wie ihre Freundin Ida half sie den Frauen, fernöstlichen Krimskrams, bunte Täschchen und Fächer zu verkaufen. Kinder anderer im Weise-Komplex Beschäftigter malten oder sahen etwas schüchtern zu.

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