Goch: Süßer Besuch in Hommersum

Goch : Süßer Besuch in Hommersum

Imker Daniel Kotters war zu Besuch in der Kindertagesstätte St. Peter und berichtete von seinem Umgang mit den Bienen. In Deutschland gibt es knapp 100 000 Imker, pro Kopf verbrauchen wir 1,4 Kilo Honig im Jahr.

GOCH-HOMMERSUM Die leere Wabe mit den exakt sechseckigen Öffnungen geht im Stuhlkreis von Hand zu Hand. "Machen das alles die Bienen?" Die Kinder können's einfach nicht glauben! Diese kleinen Tierchen sollen sooo gut basteln können? "Das sind ja richtige Bauarbeiter", staunen sie nicht schlecht.

Eigentlich wissen die Kleinen von Bienen nur, dass sie stechen und Honig produzieren. Was sie sonst noch alles können, hatte ihre Gruppenleiterin Katja te Boekhorst in den letzten Tagen zwar schon erzählt und auf Bildern gezeigt. Doch als der Imker Daniel Kotters mit Bienenkorb, Schutzanzug und diversen Werkzeugen vor ihnen steht, wird alles erst richtig begreiflich.

Besonders als er eine gefüllte Wabe auspackt und jeder der Drei- bis Sechsjährigen testen darf, ob er die drei Kilo heben kann; als die Kinder anschließend auch noch den daraus gelöffelten Honig probieren dürfen, erleben die Kleinen etwas vollkommen Unerwartetes: einen Geschmack, den sie sonst nur vom Frühstücksbrot her kennen – Honig!

Der kommt also nicht – wie bislang vermutet – direkt aus dem Glas, sondern tatsächlich von den Bienen. Dieser Imkerbesuch passt haargenau in das Konzept der seit Mitte 2010 vom Kneipp-Bund anerkannten Kindertagesstätte St. Peter in Hommersum.

Gesunde Ernährung

"Kneipp" wird sonst üblicherweise ja nur mit den bekannten und nach ihm benannten Wasseranwendungen in Verbindung gebracht, steht aber eben auch für ein vielseitiges und umfassenderes Gesundheitsbewusstsein, und hier speziell für die gesunde Ernährung.

Nun soll aber in dem Kindergarten der Honig nicht nur einfach so aufs Frühstücksbrot gestrichen werden. Viel wichtiger ist, dass die Kinder schon in jungen Jahren bestimmte Zusammenhänge in der Natur kennen lernen: Was ist Honig eigentlich, wie entsteht er, woher kommt er? Und in der Folge dann auch, dass die fleißigen Nektarsammler eben keine stechlustigen Monster sind, die man immer und überall sofort erschlagen muss.

Damit die Sprösslinge auch leibhaftig und ganz aus der Nähe sehen können, wie viele Bienen mit dem Nektarsammeln beschäftigt sind, was ein Bienenzüchter alles machen und was er beim Umgang mit den Tieren beachten muss, wird die Gruppe dem Imker demnächst einen Besuch abstatten. Dabei werden sie dann vielleicht auch erfahren, dass es jüngst noch in Deutschland knapp 100 000 Imker mit rund einer Million Bienenvölkern gab und nur etwa fünf Prozent von ihnen das Ganze nicht ausschließlich als Freitzeitimker betreiben. Die Deutschen verzehren übrigens vergleichsweise viel Honig mit 1,4 Kilogramm pro Kopf und Jahr – bei den Kleinen ist der Anfang mit diesem Besuch jedenfalls gemacht.

(RP)
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