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Streetart-Künstler haben in Goch gearbeitet und Schnitzeljagd erfunden

Stadt-Rallye : Goch in ganz neuen Farben

Der Künstler Benjamin Taag lud am Wochenende zur historischen Schnitzeljagd durch die Stadt. Internationale Sprayer haben sich am Projekt beteiligt. Unser Autor folgte der Route vom Poorte Jäntje bis zum Peerensträßchen.

Junge Menschen für die Leidenschaft der Stadtgeschichte begeistern ist der ambitionierte Anspruch des Gocher Künstlers Benjamin Taag. Er lädt unter dem Titel „History meets Streetart“ zu einer Schnitzeljagd durch die Stadt ein.  Wir berichteten ausführlich über die Initiative des 37-jährigen Familienvaters. Bis Sonntag, 6. September, dauert die Aktion noch. Stationen der Route sind historische Orte der Weberstadt und Gemäuer, an denen in den vergangenen Wochen Streetart-Kunst angebracht worden ist – und zwar legal und nach Absprache.

Alles, was man für die Teilnahme  benötigt, ist ein Smartphone samt QR-Code-App und eine digitale Laufmappe, die auf der Internetseite des Gocher Heimatvereins heruntergeladen werden kann. „Damit man junge Menschen für so ein Projekt begeistern kann, darf man die Hürden nicht zu hoch setzen“, sagt Benjamin Taag. Zum Start in die Schnitzeljagd müssen sich Teilnehmer ein Einleitungsvideo ansehen. Darin erzählt Benjamin Taag, worauf es ankommt. Zehn ausgewählte Orte müssen zu Fuß besucht werden. Dort müsse man dann einen QR-Code scannen, der wiederum zu einem neuen Erklärvideo führt. Am Schluss des Kurzfilms werden Fragen gestellt, die die Teilnehmer auf einem Fragebogen beantworten sollen.

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Die erste Station der Schnitzeljagd ist die Jüdische Synagoge an der Herzogenstraße. Das Hauptmotiv des Ortes sei die zerbrochene Menora, ein siebenarmiger Leuchter. Der Künstler berichtet weiter von der jüdischen Tradition seit dem 13. Jahrhundert in Goch und schließt mit jener Frage, die Teilnehmer beantworten sollen: „Wann war die Reichskristallnacht, in der die Synagoge und die Schule niedergebrannt wurden?“

Taag sagt: „Mir ist aufgefallen, dass viele Jugendliche kein Interesse mehr daran haben, was hier in dieser Stadt passiert ist“, sagt der Streetart-Künstler. Weiter geht es zum Blumenplatz mit dem Poorte Jäntje. Taag stellt die „Gaststätte seit eh und je“ vor, legt den Fokus aber auf Peter Bongard alias Poorte Jäntje. Der „legendäre Verräter“ der Stadt Goch wurde am 17. Februar 1590 beim Herausschmuggeln eines Wachsabdrucks des Vosstorschlüssels erwischt und im Steintorgefängnis eingesperrt. Nach einem Exkurs über die ehemaligen Stadtmauern Gochs lautet Taags Frage zu dem historischen Ort: „Wie viele Schlüssel könnt ihr bei der Figur erkennen?“ Weitere Orte der Tour sind die Susmühle, das Steintor, das Langenberghaus, das Arnold-Janssen-Haus, der jüdische Friedhof.

Die Route zwischen den Sehenswürdigkeiten kann frei gewählt werden. „In den vergangenen Wochen ist es sehr viel bunter in der Stadt geworden“, sagt Benjamin Taag. Besonders eindrucksvoll ist das Kunstwerk im Peerensträßchen.  Auf der 15 Meter langen Wand haben Streetart-Künstler aus ganz Europa in der vergangenen Woche gewirkt. Nun ist im Peerensträßchen ein fröhlich anmutendes, dunkelhäutiges Kleinkind auf knallig-buntem Hintergrund zu sehen. „Dieses Bild soll positive Gefühle vermitteln und die Gocher bei der Mission Streetart mitreißen“, sagt Taag.

Das Formular mit denFragen kann bei Jocki´s Drive In der Bäckerei Reffeling an der Hervorster Straße eingeworfen werden. Die Sieger werden am „Tag des offenen Denkmals“ ausgezeichnet.