Goch: Stov-Ruine weicht Wohnbebauung

Goch : Stov-Ruine weicht Wohnbebauung

Abrissbagger beseitigen die letzten Reste der ehemaligen Bundeswehr-Standortverwaltung. Stadtbaurat Klaus Krantz hat für die kommende Sitzung des Bauausschusses angekündigt, die entsprechenden Nachfolge-Pläne vorzustellen.

Es staubt und kracht an der Reiscopstraße - und das ist ausnahmsweise Mal ein gutes Zeichen. Abrissbagger pflügen derzeit durch die Stov-Ruine, große Teile des Geländes haben sie mittlerweile dem Erdboden gleich gemacht. Unverkennbar: Hier passiert etwas, und zwar gewaltig. "Nach vielen Jahren Stillstand kommt jetzt endlich Bewegung in die Sache", sagt Stadtsprecher Torsten Matenaers. "Manchmal muss man eben einen langen Atem haben und mit Nachdruck die eigene Position vertreten", meint Matenaers.

Rückblick: Im August des vergangenen Jahres musste die Gocher Verwaltung noch die Notbremse ziehen. Teile der Reiscop- und Mittelstraße wurden für den Straßenverkehr komplett gesperrt, die Stov-Ruine war akut einsturzgefährdet. "Wir mussten die Fahrbahn sperren, weil nicht auszuschließen ist, dass Teile des Gebäudes abstürzen könnten", sagte Stadtsprecher Matenaers damals. Teile der Ziegelmauern waren abgesackt, Scheiben eingeschmissen. Der Eigentümer hatte das Haus jahrelang verkommen lassen - nun mussten die Anwohner die Quittung zahlen.

Nicht nur den Bürgern reichte es ein für alle Mal: Neben der Verwaltung machte auch die Politik Druck, bis Oktober sollte das Gelände gesichert oder die Ruine abgerissen sein. Mit einer Ordnungsverfügung wurden die Eigentümer, die in den Niederlanden leben, von der Verwaltung aufgefordert, sämtliche Gebäude abzureißen. Dazu gehört auch, dass man den anfallenden Schutt auf eigene Kosten beseitigt. Die Verwaltung hatte damals bewusst den vollständigen Abriss der Gebäude gefordert, obwohl Teile davon noch standsicher waren. Das Problem sollte langfristig aus der Welt geschafften werden. Auch wenn im Januar immer noch nicht alles abgerissen ist, zeigt sich die Stadt dennoch zufrieden mit dem Fortschritt. "Man sieht, dass da nicht nur ein Mann mit einer Schippe steht, sondern dass großes Gerät auf dem Gelände arbeitet", sagt Torsten Matenaers.

Nachdem der eine Schandfleck beseitigt wird, soll es aber nicht dazu kommen, dass der nächste entsteht - durch dauerhaftes Brachliegen der Fläche zum Beispiel. "Uns wurde vom Eigentümer mitgeteilt, dass er zeitnah Wohnbebauung plant", sagt der Stadtsprecher. Und dafür gibt es anscheinend schon sehr konkrete Pläne. So hat der Stadtbaurat Klaus Krantz bereits angekündigt, die Pläne in der kommenden Sitzung des Bau- und Planungsausschusses präsentieren zu wollen. Bis dahin sollte auch der Abriss über die Bühne gegangen sein, schließlich ist der Ausschuss erst am 12. März.

Eines der letzten Relikte der Ruine ist der große Ziegel-Schornstein. Dieser muss letzten Informationen zufolge wohl aber nicht gesprengt, sondern lediglich abgetragen werden. Danach ist der Weg endgültig frei für frische Ideen auf dem Fabrikgelände. Auf dem ehemaligen Werksgelände der Lederfabrik Josef Moll und der Goled GmbH war bis 1995 die Standortverwaltung der Bundeswehr untergebracht.

(lukra)