Goch: "Stopp Laarbruch" gibt auf

Goch: "Stopp Laarbruch" gibt auf

Die Flughafengegner haben sich mit dem Airport geeinigt: Gegen eine Zahlung von insgesamt 600000 Euro als Entschädigung wollen sie keine Klagen mehr betreiben. Der Verein bleibt für alle Fälle erhalten.

Die Flughafengegner haben sich mit dem Airport geeinigt: Gegen eine Zahlung von insgesamt 600 000 Euro als Entschädigung wollen sie keine Klagen mehr betreiben. Der Verein bleibt für alle Fälle erhalten.

weeze/ kevelaer Die Mitglieder des Vereins "Stopp Laarbruch" haben sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, sich mit dem Flughafen Weeze zu einigen. Die vier privaten Kläger wollen ihre Klagen zurückziehen. "Sehr glücklich" ist darüber Flughafenchef Ludger van Bebber, der davon ausgeht, dass die Kläger wie erwartet handeln werden. Schließlich seien sie den Weg mit dem Verein gemeinsam gegangen — auch, weil der bisher das finanzielle Risiko abgedeckt habe und dafür künftig eben nicht mehr zur Verfügung stehen. "Wir hoffen zutiefst, dass sich nun auch die Gemeinde Bergen neu orientieren wird."

Signal aus Winnekendonk

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Weezes Bürgermeister Ulrich Francken ist erleichtert über das Signal aus Winnekendonk. "Im Interesse der Region kann man die angekündigte Rücknahme der Klagen nur begrüßen. Für uns als Kommune bedeutet das, dass jetzt das ganze Flughafengelände mitsamt der Immobilien dynamisch entwickelt werden kann. Denn mit der Genehmigung für den Airport ist ja auch das euregionale Dienstleistungszentrum verbunden. Dies ist ein ganz wesentlicher Schritt nach vorn." Dem Geschäftsführer des Airports dankt Franken für sein "gelungenes Management".

Landrat Wolfgang Spreen bemüht sich, die Einigung nicht gleichzusetzen mit dem noch ausstehenden Schritt, die Klagen tatsächlich zurückzuziehen. "Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn der jahrelange Rechtsstreit einvernehmlich beendet würde. Sollte es dazu kommen — und dafür spricht ja die jüngste Entwicklung — wird hoffentlich auch die Gemeinde Bergen ihre Haltung überdenken. Aber selbst wenn nicht: Die Richter werden den bestehenden Staatsvertrag zwischen Deutschland und den Niederlanden in ihre rechtliche Einschätzung einbeziehen." Bester Laune zeigte sich Ahmed Siegel, der als Mitglied von "Stopp Laarbruch" an der Abstimmung teilgenommen hatte. "Es ist gut, dass der Rechtsstreit ein Ende findet, aber das Ergebnis ist natürlich für die übrig gebliebenen Kläger sehr dünn." 5000 Euro können Mitglieder des Vereins, die vom Lärm betroffen sind, vom Flughafen als Entschädigung erwarten. Siegel und ein weiterer Kläger, die sich schon vor Monaten mit dem Airport einigten, haben finanziell weit mehr erreicht. "Wenn auch keinesfalls die utopischen Summen, die die Grünen in die Welt posaunt haben", versichert Siegel. Die Rede war von insgesamt 4,4 Millionen Euro. Siegel betont, die hiesigen Flughafengegner hätten mehr erreicht als Gleichgesinnte irgendwo sonst. "Der Airport Weeze muss viele Einschränkungen in Kauf nehmen. Über 50 000 Flugbewegungen pro Jahr sind nicht möglich, es gibt kaum Kunstflug und nur modernstes und leises Fluggerät." Er sei froh, wenn seinetwegen niemand mehr in Sorge um seinen Arbeitsplatz leben müsse, so der Ex-Vorsitzende des Vereins.

(RP)