Stiftsmuseum Wissel bekam Gemälde und Handschrift geschenkt

Heimatgeschichte : Schenkungen fürs Stiftsmuseum Wissel

Karl Ludwig van Dornick und der Verein der Freunde Kalkars haben dem kleinen Wisseler Museum ein Manuskript von Pfarrer Josef Perau und Aquarelle von Hermann Teuber überlassen.

An Zeugnissen der Geschichte ist Kalkar nicht gerade arm. Auch seine Ortsteile haben viel zu bieten und lohnen die Beschäftigung mit ihrer Historie. Nicht zuletzt das Wisseler Stiftsmuseum leistet dazu einen erheblichen Beitrag. Neben Walfischknochen, Tabakpflanzen, Schützen-Fahnen, einem Tante-Emma-Laden und sakralen Relikten gibt es künftig auch weitere Kunstwerke und eine spannende Handschrift zu sehen. Dies ermöglichen Karl-Ludwig van Dornick und sein Verein der Freunde Kalkars.

Bei den Schenkungen handelt es sich um eine seltene Erstschrift von Josef Perau und Aquarelle von Hermann Teuber. Van Dornick, Vorsitzender des Vereins der Freunde Kalkars, übergab aus seinem Besitz eine der wenigen existierenden hektografierten Erstschriften des Manuskriptes zum Buch von Pfarrer Josef Perau, „Priester im Heere Hitlers, Erinnerungen 1940 – 1945“, an das Stiftsmuseum. Das Besondere an dieser Erstschrift ist die persönliche Widmung von Josef Perau.

Der Geistliche wurde 1910 in Wissel geboren, machte Abitur am Collegium Augustinianum Gaesdonck, studierte Theologie in Münster und wurde 1937 von Bischof Clemens-August Graf von Galen zum Priester geweiht. Nach vielen Stationen mit seelsorgerischen Aufgaben, unter anderem  als Sanitätssoldat und Kriegspfarrer (1940/45) und Präses an der Gaesdonck (1954/59) war er von 1959 – 1984 Pfarrer in Hülm, wo er auch seinen Lebensabend verbrachte und 2004 starb.

Karl Ludwig van Dornick erklärt seine Motivation, die Handschrift dem Museum zu überlassen, so: „Diese hektografierte Erstschrift des in Wissel geborenen Pfarrers aus einer alten Wisseler Familie soll zukünftig Bestandteil der Wisseler Dorfgeschichte im Stiftsmuseum sein.“ Kalkars Pastor Aloys van Doornick übergab dem Stiftsmuseum zusätzlich die Chronik der niederheinischen Familie Peerenboom/Kellewald, beginnend 1771 in Wissel, die Josef Perau im November 2000 fertig stellte und die 2004 gedruckt wurde.

Inge Gewaltig überreichte nun dem Vorsitzenden des Förderkreises Stiftsmuseum Wissel, Rainer Jansen,  aus ihrem Besitz zwei  Aquarelle aus der Mühlenreihe von Hermann Teuber. Auf den Bildern mit den Titeln „Weg nach Wissel 1! und „Weg nach Wissel 2“ sind Dorfansichten  aus den frühen 60er Jahren  mit der Wisseler Mühle zu sehen. Hermann Teuber, ein deutscher Maler und Graphiker, lebte von 1943 bis 1950 in Kalkar im Neuhaus am Kesseltor und arbeitete dort im ehemaligen Atelier Heinrich Nauens. Von Kalkar aus erschloss er den Niederrhein. Dabei lernte er die Brüder van der Grinten aus Kranenburg kennen, die ihm mehrere Ausstellungen widmeten. Gemälde von Hermann Teuber sind in der ständigen Sammlung des Städtischen Museums der Stadt Kalkar zu sehen.

Inge Gewaltig ist froh über ihre Entscheidung: „Diese Bilder sind im Stiftsmuseum am richtigen Platz. Mit ihren Motiven, eben den Ansichten von Wissel mit der heute noch bestehenden Mühle, sind sie ein Bestandteil der Wisseler Dorfgeschichte.“

Rainer Jansen bedankte sich im Namen des Vorstands des Fördervereins und der Wisseler Bürger für die  neuen Ausstellungsstücke, die eine qualitativ hochwertige  Bereicherung der ständigen Ausstellung im Museum seien.

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