Goch: Sternsinger drucken Segensbitten

Goch: Sternsinger drucken Segensbitten

Asperden Die Sternsinger in Asperden drucken die Segensbitten für jeden Haushalt selbst. Der Verkaufserlös weniger ausgewählter Drucke wird an den Verein Mumaaso gespendet, der Kinder in Uganda unterstützt.

Mit angestrengtem Blick pinselt Samantha mit schwarzer Farbe eine spiegelverkehrte "20" auf einen schmalen Linoleum-Streifen. Sie begutachtet ihr Werk und malt dann ein "+C+M+B+12" hinter die 20. Es ist der Friedensgruß der Sternsinger "Christus mansionem benedicat", zu Deutsch: Christus segne dieses Haus. Der Schriftzug ist neben vielen Türen zu lesen, meist in Kreide an der Hauswand oder ausgedruckt auf einem Stück Papier. Doch die Künstlerin Nicole Peters hat sich etwas Besonderes für die Segensbitten der Gemeinden Asperden und Nierswalde ausgedacht. Die 17 Kinder, die im Jugendheim Asperden konzentriert mit Pinsel und Linoleum-Messer arbeiten, gestalten und drucken die Segensbitten für die Haushalte selber.

Zwei Tage dauert der Druckprozess, den Peters mit der Ausrüstung ihres "JugendAtelier mobil" ermöglicht. Am ersten Tag fertigen die 19 Kinder zunächst die Druckplatten an. "Es ist gar nicht so einfach in Spiegelschrift zu schreiben", sagt die zehnjährige Samantha und blickt von ihrem Linoleum-Streifen auf. Nachdem sie den Schriftzug auf das Linoleum gepinselt hat, bearbeitet sie das Material mit einem scharfen Messer. Kleine Schnipsel fliegen über den Tisch, bis nur noch der Schriftzug hervorsteht. Am zweiten Tag tragen die Kinder mit einer Walze Farbe auf ihre Druckplatten auf und pressen sie auf Papier. 800 individuelle Drucke entstehen so. "Jede einzelne Segensbitte, die die Sternsinger an die Häuser verteilen werden, ist ein Unikat", erklärt Peters, die die Aktion letztes Jahr ins Leben gerufen hat und auch im nächsten Jahr die Kinder beim Druck der Segensbitten ehrenamtlich gerne wieder betreuen würde.

Am Ende drucken die Kinder mit allen Druckplatten eine Collage in Postergröße. Das Poster mit einer Auflage von 25 Stück kann zu einem Preis von 50 Euro gekauft werden. Der Verkaufserlös wird an den Gocher Verein "Mumaaso" gespendet, der etwa 50 Kinder in Uganda unterstützt. "Ihr könnt durch Eure Arbeit helfen den Kindern in Uganda eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen", erklärt Marleen Schwiebbe, erste Vorsitzende des Vereins, den Sternsingern die Bedeutung des Projektes, während sie ihnen Fotos vom Leben der Kinder in Uganda zeigt. "Wir haben gesehen, wie schlecht es den Kindern geht", sagt Samantha "es ist schön, dass wir ihnen helfen können besser zu leben."

(menn)