Uedem: Stellenabbau bei Mühlhoff in Uedem geplant

Uedem: Stellenabbau bei Mühlhoff in Uedem geplant

Der Automobilzulieferer hat vor, rund 50 Arbeitsplätze im Bereich Werkzeugbau zu streichen.

Das wäre das Ende des Herzstücks unseres Unternehmens, sagte ein hörbar entsetzter Belegschaftsvertreter gestern Morgen. Damit würden Mühlhoff die Innovationen genommen, das, was den Betrieb ausmache. Danach gebe es dann keinen Unterschied mehr zu jenen Unternehmen, die aus Kostengründen nach Rumänien oder Bulgarien auslagern. "Der Werkzeugbau ist unser Know-how, das uns unterscheidet", so die Belegschaftsvertreter - und genau hier soll ein radikaler Personalabbau stattfinden. 48 von 85 Arbeitsplätzen sollen wegfallen. Außerdem plane der Geschäftsführer Uwe Rautzenberg bereits beschlossene Tariferhöhungen auszusetzen und Weihnachts- sowie Urlaubsgelder und weitere Zuschläge zu streichen.

Da wundert es wenig, dass die Stimmung zwischen Betriebsrat und Unternehmensführung derzeit noch schlechter ist als sonst. Nach RP-Informationen begannen die Probleme von Mühlhoff vor rund zweieinhalb Jahren, als die Unternehmenseigentümer nach einer Interimslösung einen neuen Geschäftsführer einsetzten. Der habe "Fehler gemacht", "das Potenzial nicht genutzt" und sei obendrein "beratungsresistent", so die Belegschaftsvertreter. Zum Beweis führen sie Zahlen an. 2016 habe Mühlhoff das den Banken mitgeteilte Jahresergebnis schon deutlich verfehlt, im Jahr darauf sogar noch deutlicher. Die Geschäftsführung habe den Banken die ganze Zeit über "keinen reinen Wein eingeschenkt" und sehe sich nun zu extremen Lösungen genötigt, um bis 2020 einen Millionenbetrag einzusparen. Grund genug für den Betriebsrat davon zu sprechen, dass Mühlhoff ein "massives Management-Problem" habe. Es sei daher zu einfach, das Problem auf Kosten der Belegschaft zu lösen.

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Vor eineinhalb Jahren hatte der Automobilzulieferer den Neubau einer Halle inklusive Werksstraße gefeiert. Dies galt als wichtiger Schritt des Geschäftsmodells "Mühlhoff 2020".

(RP)