Start: Der Ring rund um Goch soll in sechs Jahren geschlossen sein.

Goch : Auf dem Weg zum Ringschluss

Es ist eines der wichtigsten Verkehrsprojekte in Goch seit Jahrzehnten: der „Ringschluss“. Jetzt hat der erste Bauabschnitt dazu begonnen, in etwa sechs Jahren müsste die Durchfahrt bis zum Nordring möglich sein.

Spätestens, seit die langen Hecken an der Pfalzdorfer Straße verschwunden sind, dürfte auch der pessimistischste Zeitgenosse einräumen, dass sich da wohl etwas tut in Richtung Ringschluss. Denn wenn ein Kreisverkehr an der Pfalzdorfer Straße entsteht, der einen Abzweig hat, der in 250 Meter Entfernung auf eine weitere runde Sandfläche trifft, hinter dem wiederum ein Stück weiter die Bahnlinie verläuft, dann kann das nur eines bedeuten: Am Ostring / Pfalzdorfer Straße ist bald nicht mehr Schluss mit der Umfahrung der Innenstadt. Bürgermeister Ulrich Knickrehm sowie Wolfgang Jansen und Gero Guntlisbergen von der Gocher Stadtentwicklungsgesellschaft GO! hatten zur Baustellenbesichtigung eingeladen. Hinter den mächtigen Baggern und Raupen des Tiefbauunternehmens Siebers wurde der Plan zum Projekt ausgebreitet.

„Was Sie hier sehen, ist ein ,Halbjahrhundertbau’, eine drastische Umwälzung von ungewöhnlicher Dimension“, stellte Knickrehm fest. Schon in den 70-er Jahren war der Wunsch nach einer kompletten Umfahrbarkeit der City aufgekommen, aber dass es tatsächlich mal dazu kämen, hat mancher längst nicht mehr geglaubt. Doch jetzt geht’s los, und auf Anfrage der Rheinischen Post versicherte Wolfgang Jansen, Gespräche mit der Bahn und mit dem Land zum Thema seien stets fortgeführt worden. Er gehe davon aus, dass „im Bereich um das Jahr 2025“ der Ringschluss tatsächlich abgeschlossen sei. Dann wird die Straße, die bald durch das frühere Kasernengebiet und durch das Baugebiet 24 verläuft, in Höhe der Stadtwerke an den Nordring und die Klever Straße angedockt. Die Fahrbahn soll laut Jansen unter der Bahnlinie hindurch führen - es entsteht dann also ein Tunnel, keine hohe Brücke.

Ulrich Knickrehm hofft, dass im Zuge der Maßnahme die Verkehrssituation in der Innenstadt verbessert wird; „außerdem wollen wir die Anbindung des großen Neubaugebiets Neu-See-Land vereinfachen.“ Am Kindergarten, dem früheren Jugendheim Astra, zweigt die Straße ab, an deren linken Seite / Ecke Pfalzdorfer Straße demnächst Aldi bauen wird. Bereits im Sommer soll Teil 1 des Ringschluss-Projekts abgeschlossen sein. An den Kosten in Höhe von rund 850 000 Euro beteiligt sich mit 60 Prozent das Land. Noch höher wird die Förderung sein, wenn die Bahnlinie tangiert wird, denn die Aufgabe des Bahnübergangs Kalkarer Straße wird sich die Bahn einiges kosten lassen. Sie muss dann nämlich deutlich weniger Geld für die Sicherheit (und für Personal) ausgeben.

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Zugleich beginnen auch schon die Erschließungsarbeiten im dritten Bauabschnitt von Neu-See-Land. Einmal mehr muss der Kampfmittelräumdienst ausrücken und das Gelände, das er bisher nicht überprüft hat, sondieren. Laut GO! wird der Bebauungsplan zum Teilabschnitt im Frühjahr rechtskräftig, so dass weitere Grundstücke ab dem dritten Quartal verkauft werden können. In den beiden ersten Planungsbereichen sollen inzwischen etwa 60 (von 80) Baugrundstücken verkauft sein. Tatsächlich herrscht rege Bautätigkeit, die die zahlreichen Spaziergänger bei der Runde um den See beobachten können.

Die beiden Kreisverkehre, die derzeit entstehen, werden etwas größer als der am Bahnhof sein (und deutlich größer als der an den Stadtwerken, denn dort haben lange Lastwagen einige Mühe, die Kurve zu bekommen). Damit der zu erwartende Verkehr die Kinder nicht mehr als nötig stört, ist entlang der „Nierspiraten“-Kita eine Lärmschutzwand geplant. „Die wird neben Beton auch Glaseinsätze haben, damit sich die Kleinen nicht eingesperrt fühlen“, kündigt der Bürgermeister an. Nach bisheriger Planung soll die Mauer dort zu Ende sein, wo das Jugendheim beginnt. Irgendwann in der Zukunft soll es dort übrigens auch eine Bushaltestelle (in jeder Richtung) geben. Die ist auf der Bauzeichnung ebenso zu erkennen wie die Rad- und Fußwege.

Schon in wenigen Tagen wird die Fläche, auf der der Spielplatz von Neu-See-Land entsteht, für jedermann zu erkennen sein, denn am Donnerstag liefert ein Spezialunternehmen ein Großklettergerät. Spätestens zu den Sommerferien soll sich der Nachwuchs dort austoben können. Bestimmt toben dann dort nicht nur „Neu-See-Lands“ Kinder.

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