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Stadtwerke Goch: Roller und Autos mit Elektroantrieb

Goch : Stadtwerke Goch bringen E-Roller und E-Kleinwagen auf die Straßen

15 Vespa-ähnliche Roller mit Elektroantrieb und zwei umweltfreundliche Pkw sollen noch in diesem Jahr angeschafft werden. „Goch’n’ Roll“ nutzt ein Sharing-System.

Das Vorhaben ist die konsequente Weiterentwicklung der Stadtwerke-Aktivitäten im Bereich Elektromobilität: In Kürze sollen 15 E-Roller und zwei E-Autos von Gochern und Besuchern der Stadt genutzt werden können. Wer im Besitz des nötigen Führerscheins ist (AM 1, Klasse 3, Klasse B) und sich eine bestimmte App aufs Handy lädt, darf fahren. Im Pressegespräch stellten Stadtwerke-Geschäftsführer Carlo Marks und Bürgermeister Ulrich Knickrehm die Pläne vor. Stadtrat und Aufsichtsrat Stadtwerke hatten in den vergangenen Tagen grünes Licht gegeben.

Die Idee hat einen griffigen Namen: „Goch’n’Roll“ wird das Projekt heißen, das bisher 107 000 Euro kostet. Die Unterhaltungskosten werden die Nutzer über ein Entgelt entrichten: Abgerechnet wird pro Minute, maximal 34,99 pro Tag werden fällig. Wer den Roller nur für kurze Zeit benötigt, ist mit 24 Cent pro Minute dabei. Einmalig sind für das Freischalten der App 19.95 Euro fällig.

Laut Bürgermeister „passt das Projekt zum bisherigen Engagement der Stadtwerke in Sachen E-Mobilität.“ Bekanntlich wurden in der Innenstadt und allen Ortsteilen bereits zahlreiche Stromsäulen aufgestellt, weitere (auch Schnellladesäulen) sollen folgen. Noch werden sie nicht allzu intensiv genutzt, gibt Marks zu, aber das Interesse an Elektrofahrzeugen nehme ständig zu, und nur wenn die Infrastruktur vorhanden ist, entscheiden sich Menschen für die Anschaffung eines solchen Fahrzeugs, ist er überzeugt. „Außerdem sollten wir uns auf dem Land nicht abhängen lassen. Unsere Stadt darf nicht uncool sein, wenn wir auch die jungen Leute bei uns behalten wollen.“

In jedem Fall wolle sich Goch umweltgerecht aufstellen, und wenn  die Sache auch noch Spaß mache, sei das nicht verkehrt. Die Motorroller sehen durchaus schick aus, eben wie die italienischen Klassiker, in Stadtwerke-hellblau und im Retro-Stil. Das Fahren soll nicht schwierig sein, allerdings können 40 Stundenkilometer erreicht werden, da ist erst einmal Vorsicht geboten. Und es gilt natürlich die Straßenverkehrsordnung – fürs Fahren ebenso wie fürs Parken. „Floating-System“ bedeute, dass die Fahrzeuge überall, wo es nicht verboten ist, abgestellt und vom nächsten Nutzer übernommen werden können. „Überall“ heißt auf dem Gebiet innerhalb des Gocher Rings, am Astra, am GochNess samt Haus am See, am Krankenhaus. Jeder, der einen Roller bucht, muss einen Handy-Film produzieren, auf dem Gesicht, gültiger Führerschein und Personalausweis zu erkennen sind. „Am anderen Ende sitzt ein Mensch und überprüft das“, erklärt Marks. Übrigens sind zwei Helme samt „Hygienehauben“ im Kofferraum vorhanden, man kann aber auch einen eigenen tragen.

Der Akku reiche für gut 100 Kilometer, wenn er weniger als 45 Prozent Ladekapazität habe, werde er ausgetauscht. „Ein Mitarbeiter fährt herum und kümmert sich.“ Das ist wichtig, damit auf einer längeren Fahrt der Nutzer nicht plötzlich immobil wird. „Über den Akkustand informiert auch die App“, versichert Marks.

Kostenloser Service: Mit den E-Autos sollen nach dem Vorbild eines Bürgerbusses auch Ältere in Hommersum/Hassum und Kessel, die kein eigenes Fahrzeug haben, auf Wunsch von Ehrenamtlern zu Arztterminen oder Besorgungen gefahren werden.