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Stadtwerke Goch haben neben 15 E-Rollern auch zwei Autos angeschafft

Elektromobilität : Gocher Dörfer freuen sich auf Elektro-Autos

Neben den E-Rollern haben die Stadtwerke Goch auch zwei Autos für die Dörfer Kessel, Hassum und Hommersum angeschafft. Die können die Ortsbewohner ausleihen, gedacht ist auch an einen Ehrenamtler-Fahrdienst.

Die Idee hatte der Vorsitzende der Senioren Union Goch, Wolfgang Pitz, schon länger. Und er war sehr zufrieden, in den Stadtwerken einen Partner gefunden zu haben, der den Wunsch nun realisiert hat: Ab März werden in den Ortschaften Kessel, Hommersum und Hassum zwei E-Fahrzeuge als „Dorf-Autos“ zur Verfügung stehen. Sie können über eine App angemietet  oder (wenn der Plan aufgeht) samt Fahrer genutzt werden. Stadtwerke-Chef Carlos Marks hatte vor kurzem übrigens ganz allgemein von „interessierten Gruppen“ und „Ehrenamtlern“ gesprochen, die ihre Dienste den Älteren anbieten könnten.

„Vor etwa einem Jahr hatte ich schon Leute, die für uns ähnlich wie bei einem Bürgerbusverein fahren wollten“, sagt Pitz. Inzwischen aber sieht er die damaligen Zusagen als etwas vage an. „Wir brauchen pro Fahrzeug etwa zehn Fahrer, damit der einzelne nicht zu viel unterwegs sein muss“, sagt er. So viele kann er derzeit allerdings nicht aufzählen. Der Plan sieht vor, den Service montags, mittwochs und freitags anzubieten. Nicht zuletzt denkt Pitz daran, manchen Senior, der sich bislang nicht von seinem Führerschein trennen möchte, davon zu überzeugen – der Sicherheit wegen. Denn wenn Augen und Ohren nachlassen und das Reaktionsvermögen eingeschränkt ist, sollte die Zeit gekommen sein, nicht mehr selbst zu fahren. Natürlich gibt es viele ältere Menschen, die schon jetzt auf einen Fahrdienst, meist durch Angehörige, angewiesen sind. Die Autos, in denen vier Menschen bequem sitzen können, werden erstmals beim Street-Food-Frühling in Goch vorgestellt.

Am selben Datum werden die E-Roller vorgeführt und zu Testfahrten angeboten. Helme sind im Gepäckfach vorhanden und müssen aufgesetzt werden. Stadtwerke-Sprecherin Kristina Derks hatte über die E-Roller schon anlässlich des Pressegesprächs zum Street-Food-Festival informiert. Wie berichtet, wurden 15 flotte Fahrzeuge im Retro-Look angeschafft, leuchtend blau und im Stil einer Vespa. Sie können mit dem Führerschein AM („Rollerführerschein“ ab 16) über eine spezielle App, die ab 1. März freigeschaltet wird, gebucht werden.

Jeder Roller hat (auch im Alltag)  zwei Helme samt Hygienenetz unterm Sitz, der Akku wird von Stadtwerke-Mitarbeitern regelmäßig ausgetauscht, so dass die Reichweite der Fahrzeuge mindestens 100 Kilometer beträgt. Gefahren werden darf auch außerhalb des Stadtgebiets, abgegeben werden muss der Roller jedoch immer an einem der dafür vorgesehenen Parkplätze. Wer das Gefährt anderswo stehen lässt, zahlt ordentlich, denn die Miete endet erst, wenn der Roller ordnungsgemäß geparkt ist; die App ist unbestechlich.

Das Stadtwerke-Team wird Interessenten am Info-Stand gerne erläutern, wie die Handy-App runter zu laden und zu bedienen ist. Und eine kleine Proberunde soll auch möglich sein. Zu den Kosten: Für die einmalige Registrierung fallen 19,95 Euro an, die Nutzungsminute kostet 24 Cent (während des Parkens die Hälfte) und der Tagessatz soll maximal 34,99 Euro betragen. Natürlich machen die Roller Spaß und werden sowohl Gocher als auch auswärtige Besucher und Touristen zu fröhlichen Ausfahrten verlocken. Aber die Aktion hat auch einen ernsten Hintergrund: Sie soll ein Beitrag sein zum Umweltschutz und zur nachhaltigen Umgestaltung des Verkehrs. Denn bekanntlich haben die Stadtwerke überall im Stadtgebiet viele E-Ladesäulen aufgestellt, weil sie darauf vertrauen, dass in den kommenden Jahren mehr strombetriebene Autos unterwegs sein werden.