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Goch: Stadt will Halle verkaufen

Goch : Stadt will Halle verkaufen

Der Mehrzweckhalle und dem Sportplatz in Nierswalde droht die Schließung – das ist einer von vielen Sparvorschlägen. Im Sportausschuss machten CDU und SPD bereits deutlich: Es sei noch längst nichts beschlossen.

Der Mehrzweckhalle und dem Sportplatz in Nierswalde droht die Schließung — das ist einer von vielen Sparvorschlägen. Im Sportausschuss machten CDU und SPD bereits deutlich: Es sei noch längst nichts beschlossen.

Volle Besucherränge im Gocher Ratssaal. Die DLRG ist angetreten, im roten Outfit. Sportvereine sind angetreten. Alle sind sie gekommen, um zu hören, was denn nun geschehen wird, welche bitteren Pillen sie bald schlucken sollen. Nein, es sei noch nichts beschlossen, betont Dr. Klaus Völling, Vorsitzender des Sportausschusses, immer wieder.

Man höre sich nur erst einmal die Vorschläge der Verwaltung zum Einsparen an. Und werde dann beraten. CDU-Parteifreund (und Fraktionschef) Karl-Heinz Bremer sagt das gleiche: "Es ist falsch, das alles so darzustellen, als ob das schon beschlossen wäre."

Aber Bremer machte auch klar: Wenn der Rat zu allen Sparvorschlägen Nein sage, dann werde dem Rat vom Land eines Tages das Heft aus der Hand genommen, "dann ist die Politik am Ende. Dennoch: Wir werden jetzt nicht hingehen und unter Spar-Aspekten alles von der Platte fegen."

Klaus-Dieter Nikutowski, Chef der SPD im Rat: "Ich hätte mir gewünscht, dass die Vereinsvorsitzenden uns mal sagen, was die Vereine leisten, was sie alles dazu beitragen können, Kosten zu senken." Höhere Beitragssätze beispielsweise, um mehr selbst zu finanzieren, mehr Eigenleistung. Denn: Das Floriansprinzip (immer bei den anderen sparen — nicht bei mir) helfe nichts.

Dietrich Kade, als sachkundiger Bürger für die CDU im Ausschuss, ist leidenschaftlicher Alemannia-Vorsitzender. Und er machte ganz deutlich: Sportplatz und -halle zu verkaufen, das bedeute nicht nur für den befreundeten Verein in Nierswalde, sondern auch für die Alemannia in Pfalzdorf riesen Probleme. Denn auch sie nutzten ja die Halle und den Platz. Und das sei dringend notwendig, um das Angebot aufrecht erhalten zu können.

CDU-Ratsherr Fritz Freitag machte in seinem flammenden Appell für den Erhalt deutlich: Es bedeute soziale Verantwortung, den Jugendlichen das Angebot nicht weg zu nehmen. Und die Sporthalle zu schließen sei ohnehin "das Ende des sozialen Lebens in Nierswalde". Freitag zählte auf, dass letztlich alle Vereine diese Halle nutzen. Er appellierte an seine Partei und den ganzen Rat, "die Grundlage unserer Tätigkeit nicht zu zerstören". Das alles machte Eindruck. Zumal Alemannia und VfL ebenso wie die DLRG, der TV Goch und die Taucher vom Unterwassserclub schon deutlich machten: Ja, wir sind bereit, künftig einen höheren Anteil der Kosten aus der Vereinskasse zu tragen, ja, dafür nehmen wir Beitragserhöhungen in Kauf. Und wir bieten auch mehr Eigenleistung an.

Das tat vor allem Dietrich Kade für seine Alemannia Pfalzdorf. Am Ende blieb getragene Stimmung. Aber deutlich wurde auch der Wille: Gemeinsam werden wir's packen. KOMMENTAR

(RP/rl)