Goch: Stadt Goch zielt ab auf Naturerlebnisse

Goch : Stadt Goch zielt ab auf Naturerlebnisse

Freizeitangebote für Einheimische, Ausflügler und Touristen: Neben Stadtführungen können ab diesem Frühjahr auch Outdoor-Events gebucht werden. Spurensuche oder Bogenschießen für Kinder und Erwachsene im Angebot.

Mehr als wegen aller anderen denkbaren Interessenlagen klicken Besucher der Gocher Homepage die Eintragungen im Bereich "Freizeit". Unter "Führungen" fanden sie dort bisher vorwiegend Einladungen zu thematischen Stadtspaziergängen bei Tag und am Abend sowie durch das Gelände des ehemaligen Klosters Graefenthal. Von dieser Saison an gibt es eine Ausweitung des Programms: Christian Meister mit seiner Firma "Naturabenteuer Niederrhein" will junge und ältere Outdoorfreunde noch besser mit der Umgebung vertraut machen. Gocher und die Besucher der Stadt sind gleichermaßen angesprochen, Kurse wie "Spurenlesen" oder Waldläuferbande" zu buchen.

Christian Meister nutzt für seine Arbeit die Umgebung des Lokals ter Kelling in Kessel, sein eigenes Gelände im Außenbereich von Kevelaer und die Möglichkeiten, die die Jugendtagungsstätte Wolfsberg in Nütterden bietet. Was dort geht, geht auch in Goch: Feuer machen, Hütten bauen, Klettern, Tarnen und Schleichen, Schnitzen, Abenteuerspiele, Kochen am Feuer oder auch Bogenschießen. Also lauter Fertigkeiten, die nicht nur ein Indianer drauf haben sollte, sondern jeder Heranwachsende, der neben Fernseher und Computer auch das wahre Leben spannend findet. "Die Waldläuferbande trifft sich einmal im Monat an einem Samstag für fünf Stunden. An jedem Termin steht ein bestimmtes Thema im Fokus", erzählt Meister. Pro Veranstaltungstag werden 30 Euro fällig; Anmeldung bei der Gocher Tourist-Info, Telefon 0 28 23 320148.

"Wir wollen auch die Erwachsenen wieder für die Natur gewinnen", sagt Meister, der sicher ist, dass es Männer und Frauen gibt, die sich vom Spuren lesen faszinieren lassen. "Sich intensiv im Wald umzusehen, Trittsignale zu erkennen, Federn und Kratzer auf dem Boden auszumachen oder tierische Exkremente und Gewöll zu identifizieren - das schärft die Wahrnehmung." Zweieinhalb Stunden sind jeweils veranschlagt, Kosten: 15 Euro (Anmeldung siehe oben). Und wer dann in Sachen Naturerkundung schlauer geworden ist, wird vielleicht um so lieber mit seinen Kindern oder Enkeln durch Wald und Felder streifen, um mit seinen Kenntnissen zu brillieren. Oder, netter ausgedrückt, den Nachwuchs für solche Themen zu gewinnen.

Die Kinder, die den Wolfsberg samt "Indianer"-Programm bei ihrer Klassenfahrt kennenlernen, sind schon nach einer halben Stunde begeistert. Auf dem Bolzplatz haben sie sich, angeleitet vom Team "Naturabenteuer", warm gemacht, dann steht schon eine schwierige Disziplin an: Bogenschießen. Lehrerin Susanne Patt bleibt nichts anderes übrig, als den Erlebnispädagogen zu vertrauen. Mehr als 20 Viertklässler mit "scharfen Waffen" - da lauten die wichtigsten Ansagen "Zuhören" und "Konzentrieren". Das tun die Kinder dann auch. Melina, Franziska und Niklas gehören zu den ersten, die sich trauen . . . "Nehmt das nicht auf die leichte Schulter, mit den Pfeilen könntet ihr jemanden schwer verletzten", sagt Meister geradeheraus. Weil das niemand möchte, lauschen die Kinder ihm und seinem Kollegen Malte Raithel aufmerksam. Und üben danach, bis die Arme lahm werden.

Beim Hütten bauen und Feuer machen sind wieder andere Kompetenzen gefragt, Zupacken und Ausdauer zeigen zum Beispiel. Fast den ganzen Tag über sind sie an der frischen Luft, essen gut und schlafen tief.

So wird es nach Gocher Naturerlebnistagen ganz bestimmt auch sein. Christian Meister bietet übrigens auch Wildnis- und Survivalkurse für Firmen an, Ferienspaß für Schulkinder sowie Aktiv-Reisen nach Schweden und Island.

(RP)
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