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Stadt Goch kauft ter Kelling in Kessel

Ortsteil-Entwicklung : ter Kelling und der Tourismus

Kessel und sein See sollen für Besucher attraktiver werden. Das wünscht sich die Stadt und lässt dazu ein Konzept erarbeiten. Die Nutzung von ter Kelling gehört jetzt dazu.

Nein, die Vermögensverwaltungsgesellschaft will nicht in die Gastronomie einsteigen oder einen Campingplatz betreiben. Auch die Stadtwerke wollen das nicht. Mit dem Freizeitbad GochNess ist Geschäftsführer Carlo Marks genügend mit dem Freizeitbereich befasst. Dennoch wird Marks, unterstützt von Prokurist Jann-Philipp Thiele, zumindest für eine Weile auch einen intensiven Blick auf eine Veranstaltungs-Location haben. Denn, wie bereits berichtet, hat die städtische Vermögensverwaltungsgesellschaft ter Kelling gekauft. Der Vorbesitzer, der das Anwesen mal verpachtet hatte und mal selbst betrieb, wollte verkaufen. „Um Fehlentwicklungen durch eventuell unverträgliche Nutzung zu vermeiden, haben die Gremien beschlossen, dass die Vermögensgesellschaft ter Kelling erwerben und das Seeumfeld entwickeln soll“, so Marks.

Gegenüber der Rheinischen Post hatten einige Bürger gefragt, ob es denn Aufgabe einer städtischen Gesellschaft sein kann, ein hotelähnliches Unternehmen zu führen. Aber das hat Marks anscheinend gar nicht vor. „Es geht erst einmal darum, zu verhindern, dass in dem Gebäude zum Beispiel Leiharbeiter untergebracht werden. Wir wollen Kessel touristisch aufwerten, und dabei kann ein Beherbergungsbetrieb mit 15 Zimmern, mit Tagungs- und Frühstücksmöglichkeiten und Platz für Wellness- und Kosmetikangebote eine wichtige Rolle spielen.“ Das Jahr 2019 werde genutzt, um ein auswärtiges Fachbüro Pläne erstellen zu lassen. „Danach wollen wir einen Pächter als Betreiber suchen.“

Der Eingangsbereich von ter Kelling. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Anders als viele Bürger meinen,  habe ter Kelling nicht leer gestanden. Der Eindruck könne aufkommen, weil die Räume nun einmal nur bei Veranstaltungen belebt seien. Und in den Zimmern wohnen wohl weniger Urlauber als Monteure, die sich dort längerfristig eingemietet haben. Auch haben die Gebäude sicherlich einen neuen Anstrich und auch sonst mancherlei Auffrischung nötig. „Wir werden in den Zimmern die Böden erneuern, neues Licht einbringen, im Veranstaltungsbereich die Tontechnik modernisieren und auch die Seminarräume technisch auf den aktuellen Stand bringen“, kündigt Marks an. Dann sollte die Anzahl an Buchungen sowohl für Hochzeiten und andere Gesellschaften, als auch für Tagungen rasch wieder steigen, hofft er.

Was sich die Vermögensgesellschaft den Kauf und die Renovierung kosten lässt, darüber gibt Marks keine Auskunft. „Das ist eine Investition, mit der wir natürlich mittelfristig Geld verdienen wollen. Die Maßnahme wird weder Kunden noch Bürger belasten. Es seien Eigenmittel vorhanden, und wenn nötig, könne man einen Kredit aufnehmen – so, wie es jedes Unternehmen, das in die Zukunft investiere, tue.

Am wichtigsten aber sei, den See und sein Umfeld nicht durch Geschäftsfelder stören zu lassen, die eine touristische Entwicklung blockieren würden. Zumal es durch das Aus für die Kwak-Haus-Planung (RP berichtete mehrfach) eine riesige Fläche zwischen ter Kelling und dem See gebe, die nun eine neue Nutzung brauche. Derzeit sind die Flächen, die der Stadtentwicklungsgesellschaft GO gehören, verpachtet. Ob dort eines Tages Wohnwagen oder Caravans stehen werden, ob im See eine Wasserski-Schleppanlage oder ganz etwas anderes realisiert werden, das müssen die Planer nun ausarbeiten und der Stadt zur Entscheidung vorschlagen. „Es ist ausdrücklich erwünscht, dass wir über den Freizeitbereich Kessel ein Gesamtkonzept legen. Daran wird jetzt gearbeitet“, sagt Marks.

Was im ter Kelling selbst künftig geschehe, hänge von der Nutzung des gesamten benachbarten Geländes ab. Vorerst werde es jedenfalls keine Vollgastronomie geben, denn die würde den übrigen Lokalen in Kessel schaden. Sehr praktisch sei, dass die Kosmetik, die im GochNess beengt untergebracht ist, sich bald in neuen Räumen ausbreiten könne. „Künftig wollen wir Wellness und Kosmetik im GochNess nur noch Saunagästen anbieten, Gäste, die nicht ins Freizeitbad wollen, werden diese Anwendungen im ter Kelling buchen können“, erklärt der Geschäftsführer.