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Stabwechsel beim Sitzungskarneval der Freiwilligen Feuerwehr Goch

Karneval : Ingo Matenaers übergibt Feuerwehr-Sitzung an Sebastian van Triel

Vor dem Stabwechsel wurde Ingo Matenaers noch zum Ehrensitzungspräsidenten erklärt. Bis weit nach Mitternacht feierten 400 Narren im Kastell.

(nik) Ein echtes Familienfest feierte die Karnevalsabteilung der Gocher Feuerwehr am Wochenende. Die einzige Sitzung der Session füllte das Kastell mit mehr als 400 Narren in fast durchweg fantasievoller Kostümierung. Präsident Carsten Janssen („Casi“), der Karnevalsprinz der vergangenen Session, hatte sichtlich Freude, die riesige Schar gut gelaunter Menschen samt Ehrengästen zu begrüßen. Und natürlich sorgte keine andere Gruppierung als der Musikzug der Feuerwehr für den ersten stimmungsvollen Auftritt.

Die Mini-Tanzgarde bewies, dass sich die Feuerwehr um ihren tänzerischen Nachwuchs keine Sorgen zu machen braucht. Ebenso wie die Bambini, die Teenies und die großen Feuerfunken wussten die Kleinen schon ganz genau, was sie zu tun hatten, und überzeugten mit einer tollen Choreografie (an der natürlich wie bei allen Gruppen die Leiterinnen großen Anteil haben). Jörg Lang, der Vorsitzende der 1. GGK Rot-Weiß, traute sich als „Enne Quatskopp“ aktuelle Gocher Themen aufs Korn zu nehmen. Geradeheraus stellte er die Fragen, die wohl mancher so oder ähnlich in seinem Hinterkopf behält: „Was wird aus dem verlassenen Kolpinghaus, was aus dem Klosterplatz. Und wird Carlo Marks jetzt Wirt?“

Auch Achim Verrieth hat viel Bühnenerfahrung und plauderte als „Enne ärme Sau“ in Gochs Platt: Seine haarsträubenden Familienerlebnisse brachten ihm, wie gewünscht, reichlich Gelächter ein.

Früher als vermutet enterte das Männerballett der Feuerwehr die Bühne. Die Truppe als Boris-Becker-Nachfolger in kessen Sport-Shorts, wunderbar orangeroten Perücken und mit antiken Holzschlägern zeigte viel Bein und Körperteile, die Männer eigentlich nicht haben sollten. Jubel und johlende Begeisterung, auch für die kernige Steffi, die im Verlauf mit einem der Rothaarigen in der Besenkammer verschwand…

Wichtigster Punkt der Sitzung war aber fraglos die Stabübergabe vom bisherigen zum neuen Sitzungspräsidenten. Bevor Ingo Matenaers zum Ehrensitzungspräsidenten erklärt wurde und „Casi“ abschließend befand, er habe den Feuerwehr-Karneval „in die richtige Richtung gebracht“. Natürlich wird Matenaers – keinesfalls in einem Alter, in dem vorrangig Erinnerungen zählen – dem Karneval seines Vereins treu bleiben. „Aber künftig kann ich mich dabei benehmen, wie ich will. Ich bin dann praktisch vogelfrei“, witzelte er. Denn es muss im Laufe der Jahre manchmal ganz schön wild hergegangen sein in den schönsten Wochen des Jahres. Die Gäste, die das öffentliche Tischgespräch zum Thema mit anhören durften, erfuhren eine Menge über die ulkigen und schrägen Begebenheiten, die sich in 20 Jahren aktivem Karneval so ereignen. Ob beim Rathaussturm („seine Spezialität“, meint Casi), im Zug oder in den Gocher Kneipen - Matenaers hatte viel zu erzählen, und auch über ihn gab es offenbar manches zu lachen. Zum Schluss holte der scheidende Sitzungspräsident seine gesamte Familie samt künftiger Schwiegerkinder auf die Bühne.

Bevor es dann aber allzu rührselig wurde, ging das Mammut-Programm fröhlich weiter mit Tänzen, Dönekes und schmissiger Musik zum Beispiel von den Töns. Um Mitternacht war noch längst nicht Schluss mit dem Feuerwehr-Großfamilienfest.