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Stabwechsel bei der Schuldnerberatung der Caritas in Goch

Caritas in Kleve : Ein Banker als Schuldnerberater

Simon Bisseling löst Heidrun Hendricks-Welskop bei der Caritas in Goch ab. Der neue Kollege kommt aus Emmerich und wollte mit seinem Fachwissen etwas sozial Sinnvolles tun.

(RP) Die Schuldnerberatung in Goch hat ein neues Gesicht. Heidrun Hendricks-Welskop, die für den Caritasverband Kleve seit 2012 Hilfen für Menschen mit finanziellen Schwierigkeiten im Lorenz-Werthmann-Haus angeboten hat, ist zum Jahreswechsel in den Ruhestand gegangen. Ihr Nachfolger heißt Simon Bisseling.

Simon Bisseling stammt aus Emmerich am Rhein. Der 34-Jährige ist gelernter Bankkaufmann und hat nach seiner Ausbildung bei der Sparkasse eine Weiterbildung zum Fachwirt für Finanzberatung absolviert. Es folgte eine berufliche Veränderung: „Ich habe mich gefragt, was kann ich mit meinem Vorwissen Sinnvolles tun?“ Er ging zur Schuldnerberatung – zuerst in Gelsenkirchen, dann als Mitarbeiter der Diakonie in Duisburg.

Ausschlaggebend für seinen Werdegang war aber ein Praktikum in der Schuldner- und Insolvenzberatung des Caritasverbandes Kleve. „Das war 2017 und ist mir positiv in Erinnerung geblieben“, sagt Simon Bisseling. Als er Mitte des vergangenen Jahres dann die Stellenausschreibung des Wohlfahrtsverbandes sah, war die Entscheidung für ihn schnell gefallen. „Nicht nur die räumliche Nähe, auch das Team hat mich überzeugt.“ Das kann Heidrun Hendricks-Welskop nur bestätigen. Die langjährige Mitarbeiterin mit guten Kontakten bleibt der Caritas Kleve auch weiterhin als Schuldnerberaterin mit einem geringen Stundenanteil erhalten.

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Wie seine Vorgängerin bietet auch Simon Bisseling jeden Dienstag und Freitag Beratungen, Hilfestellungen und Unterstützungsangebote im Lorenz-Werthmann-Haus, Mühlenstraße 52 in Goch, an. „Mir ist es wichtig, dass die Klienten beruhigter rausgehen,  als sie reinkommen“, sagt er. Simon Bisseling, der sich an der Hochschule in Koblenz zum Schuldnerberater hat zertifizieren lassen, weiß: „Der Gang zu uns ist kein einfacher. Ich bin dafür da, Lösungswege aufzuzeigen und konkrete Hilfestellungen anzubieten.“

Ein Angebot, das übrigens allen Rat- und Hilfesuchenden kostenfrei und streng vertraulich zur Verfügung steht. „2021 machten 268 Gocher Gebrauch davon“, berichtet Heidrun Hendricks-Welskop. Als langjährige Schuldnerberaterin bei der Caritas und Gocher Bürgerin weiß sie um den Bedarf in der Stadt: „In Goch kann man verhältnismäßig preiswert wohnen. Das wirkt sich wiederum auf die Bevölkerungsstruktur und den Beratungsbedarf aus.“ So seien sehr viele Suchtkranke und Menschen mit einer psychischen Erkrankung Klient oder Klientin bei der Schuldnerberatung.

Die Schuldnerberatung gibt es übrigens schon seit April 1987 in Goch – damals noch als Pilotprojekt an der Weezer Straße ansässig. Seit 1990 werden auch Insolvenzberatungen für Privatpersonen angeboten. 2008 zog die Caritas ins Lorenz-Werthmann-Haus an der Mühlenstraße 52 um. „Das Besondere an dem Standort ist die enge Verzahnung mit der Suchtberatung und dem Ambulant Betreuten Wohnen für psychisch- oder suchtkranke Menschen“, sagt Heidrun Hendricks-Welskop. Auch Simon Bisseling kann das nur bestätigen: „Die Vernetzung klappt hervorragend.“

(RP)