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Sperrung von Gocher Turnhalle wird bald aufgehoben

Schulen : Arnold-Janssen-Turnhalle bald wieder nutzbar

Seit dem Spätsommer 2018 ist die Turnhalle der Gocher Arnold-Jansen-Schule aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Wenn eine Turnhalle auf einmal nicht mehr zur Verfügung steht, ist das ein Problem: Die Vereine, die die Halle nutzen, müssen sich nach neuen Trainingsmöglichkeiten umsehen, fast immer sind auch Schüler betroffen. So war es auch in Goch: Seit im vergangenen Jahr festgestellt wurde, dass das Dach marode ist, ist die Halle nicht mehr nutzbar. Weitere gravierende Schäden, die festgestellt wurden, können im laufenden Betrieb behoben werden, heißt es. Wenn die Handwerker wie geplant in den kommenden Wochen loslegen, soll die Turnhalle ab Mitte Mai wieder genutzt werden können.

Gero Guntlisbergen vom Vermögensbetrieb der Stadt Goch kümmert sich um alle Schulbauprojekte. Mit ihm und Geschäftsführer Wolfgang Janssen sah sich die Rheinische Post jetzt vor Ort um. Mit einigem Abstand ist es von der Wiese am Ring aus gut zu erkennen: Das Dach der Turnhalle „hängt“ etwas durch; offensichtlich ist die Unterkonstruktion nicht mehr in Ordnung. Wer hingegen nahe an die Wände des Gebäudes herantritt, wird ein zweites Problem erkennen: Risse im Beton, ganz gravierend dort zu sehen, wo das Fallrohr der Regenrinne verläuft.

Gero Guntlisbergen zeigt auf rostiges Eisen im bröckelnden Beton. Foto: Anja Settnik

Guntlisbergen erzählt, wie sich die Situation im vergangenen Jahr entwickelte und warum es eben nicht so schnell möglich war, die Halle wieder instand zu setzen. „Eigentlich sollte die Arnold-Janssen-Turnhalle nur eine neue Dacheindeckung bekommen – das ist irgendwann mal nötig. Bundesmittel aus dem zweiten Kommunalförderungspaket standen zur Verfügung. Bevor die Dachdecker anfingen, sahen sie aber mal genauer in den nicht gedämmten Spitzbogen des Satteldachs und stellten fest, dass der Dachstuhl nicht mehr gut aussah. Die Konstruktion aus Holz, Balken und Pressspan war weich geworden, der Leim löste sich auf. Das fand dann auch der Statiker nicht gut. ,Nicht sicher, einsturzgefährdet’ war seine Beurteilung. Wir mussten die Halle sofort sperren.“

Schulleiterin Kirsten Wamers setzte sich mit der Schulverwaltung und mit Theo Reintjes von der VHS an einen Tisch, um zu überlegen, wie Schulsport und Kurse auch ohne die Arnold-Janssen-Turnhalle zu organisieren seien. „Zum Glück haben wir ja zusätzlich unsere Gymnastik- und Mehrzweckhalle, in die wir den Schulsport verlegen konnten. Das ist zwar nicht ideal, ging für eine Weile aber. Ein Fußball-Training mit auswärtigen Experten mussten wir in die Turnhalle der St-Georg-Schule auslagern, unsere Bewegungslandschaft fiel leider in diesem Schuljahr aus. Wenn es klappt, dass wir die große Halle ab Mitte Mai wieder nutzen können, ist das gut.“ Dass die Grundschule mehrere Hallen besitzt (und früher sogar ein Schwimmbad) liegt an ihrer Vergangenheit als Volks- und Hauptschule. Übrigens wird vor der Wiedereröffnung auch das Parkett überarbeitet. Und natürlich ist das Dach künftig auch gedämmt. Erleichtert sein wird auch die VHS, deren Yoga-Kurse derzeit statt in der gemütlichen Gymnastikhalle in der (kühlen) Halle der Realschule stattfinden müssen.

Weil die Baufachleute bei einer näheren Inspektion der Turnhalle auch noch bröckelnden Beton feststellten, wird die Halle auch im kommenden Jahr eine Baustelle sein. „Das können wir aber von außen machen“, ist Guntlisbergen sicher. Die horizontalen und vertikalen Träger des Gebäudes, das in Skelettbauweise errichtet wurde, haben den Materialprüfungen nicht stand gehalten. Wo der Beton bröckelt, liegt das Eisen frei – und rostet. Damit kein Nachtragshaushalt nötig wird, wurde die Sanierung ins kommende Jahr verschoben.