Goch-Hassum: Spendentour im Endspurt

Goch-Hassum: Spendentour im Endspurt

Die Klamotten sind trotz Regenjacke wieder mal durchnässt. Slowenien schenkt Dominik Konstanczak und Nils Schimkat auf ihrer Fahrradtour keine Sonne, dafür täglich ganz viel Regen. Die beiden 26-Jährigen sind innerhalb von fünf Wochen bereits durch Holland, Belgien, Frankreich, Italien, Kroatien und Slowenien geradelt - das Tacho am Lenkrad zählt 3162 gefahrene Kilometer.

"Wir hatten uns einen Tagesdurchschnitt von 65 Kilometern pro Tag vorgenommen", sagt Konstanczak. "Aber wir kommen deutlich besser voran und liegen aktuell bei rund 80." Der Psychologiestudent aus Hassum und der Kindergärtner aus Leipzig sammeln auf ihrer Rad-Tour Spenden. Jeder der beiden Männer hat dabei sein eigenes Projekt, das er unterstützt. Konstanczak stramplet in die Pedale, um Geld für einen Brunnen in Uganda für den Gocher Verein "Needy Kids" zu bauen. Reisepartner Schimkat übergibt das Gesammelte dem Leipziger Verein "Kinderhospiz Bärenherz".

1000 Euro haben die beiden bisher gesammelt und rund 1000 Kilometer Strecke liegen noch vor ihnen. Dafür geht es durch die Länder Ungarn, Österreich, Slowakei, Tschechien und Polen. Dann werden sie am 15. Juni, so ist es geplant, das in der Saale Elster Aue gelegene Zöschen erreichen - die Heimat von Nils Schimkat.

Die beiden Männer hoffen, dass die Natur sie auf ihrem letzten Stück nicht mehr ganz so hart auf die Probe stellt wie bisher. "Die wohl härteste Nacht war direkt eine der ersten in Belgien Anfang April", berichtet Konstanczak. "Wir schliefen in einem kleinen Waldstück am Stadtrand von Maasmecheln. Es war unter null Grad, am nächsten Morgen entdeckte ich sogar eine dünne Eisschicht auf unserem Zelt."

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Neben den kalten Temperaturen, machte auch der permanente Regen auf der Strecke durch Italien den beiden zu schaffen. Besonders im Norden sei es schwierig gewesen einen Schlafplatz zu finden, denn es gibt dort fast keine Campingplätze. Bei Bauern fragten sie nach Schlafmöglichkeiten im Heu, doch weil Konstanczak und Schimkat kein Italienisch sprechen und die Einheimischen kaum Englisch, erhielten sie nur Absagen.

"Wir hatten uns mental schon auf eine nasse Nacht ein gestellt", sagt Schimkat. Bei ihrem letzten Versuch trafen sie schließlich auf den Hof der Familie Abatis. Paola, die Tochter, konnte Englisch und damit übersetzen. Die Italiener gaben den beiden Deutschen aber kein Bett im Heu, sonder ließen sie im Gästehaus übernachten. "Beim Abendessen gab es für uns selbst gemachten Wein und Grappa", erzählt Konstanczak. "Es ist toll von Menschen, die wir zufällig auf unserem Weg treffen, so viel Unterstützung zu erhalten."

In den kommenden vier Wochen hoffen sie auf noch mehr Unterstützung, besonders für ihre jeweiligen Projekte. Um für Konstanczak und seinen Brunnen in Uganda zu spenden, müssen Interessierte auf die Internetseite www.betterplace.org gehen und dort unter dem Stichwort "Man on a Mission: Lasst uns diesen Brunnen bauen!" suchen. Die Bankdaten von Nils Schimkat finden sich auf der Website seines Heimat-Fußballvereins, unter www.svzoeschen.de.

(laha)
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