Goch: SPD will Wirtschaftsförderung stärken

Goch : SPD will Wirtschaftsförderung stärken

Die Gocher SPD hat sich das Thema Wirtschaftsförderung für die Kommunalwahl auf die Fahne geschrieben. Die Stelle des Wirtschaftsförderers einzuschränken bedeute Sparen am falschen Ende, so Fraktionschef Nikutowski.

An der Gocher Steinstraße, mitten im Herzen der Weberstadt, stellte die Gocher SPD um Klaus-Dieter Nikutowski, Fraktionsvorsitzender im Gocher Rat, und Gerd Engler, Vorsitzender der Gocher SPD, gestern das Wahlprogramm für die anstehende Kommunalwahl in knapp drei Wochen vor. Ins Zentrum hat die SPD - eher ungewöhnlich für die Genossen - die Themen Wirtschafts- und Finanzpolitik gestellt.

Gochs Wirtschaftsförderer Rüdiger Wenzel dürfe nicht mit zusätzlichen Aufgaben betraut werden, fordert Nikutowski. Foto: Klaus-Dieter Stade

"Goch stellt sich immer als Wachstumsgemeinde dar. Das ist aber schlicht falsch, wenn man sich die Zahlen der letzten Jahre anschaut", sagt Nikutowski. So sei das durchschnittliche Einkommen in den letzten zehn Jahren in Goch durchschnittlich um 9,1 Prozent gestiegen, NRW-weit aber um 14,7 Prozent und kreisweit gar um 15,4 Prozent. "Die Inflationsrate beträgt in diesem Zeitraum 11 Prozent, Goch liegt also deutlich darunter. Da dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn die Kaufkraft nachlässt und die Geschäfte reihenweise schließen", so Nikutowski.

Dass in Goch in den vergangenen Jahren nicht genügend unternommen wurde, um die Wirtschaft in der Stadt zu stärken, verdeutlicht Nikutowski am Beispiel des Gocher Wirtschaftsförderers Rüdiger Wenzel. Dieser sei zunächst ausschließlich für die Wirtschaftsförderung zuständig gewesen, vor einigen Jahren aber zusätzlich mit der Leitung der Personalabteilung und des Jugendamtes betraut worden. "Alles geschuldet einem Spardruck, der von der Verwaltung aufgebaut wird. Hier wird aber an der falschen Stelle gespart, denn mehr Förderung würde der Stadt letztenendes wieder mehr Einnahmen bringen", so der Fraktionsvorsitzende der Gocher SPD.

Dass die Gocher SPD das Thema Wirtschaft derart ins Zentrum des Wahlprogrammes stellt, mag eher ungewöhnlich sein, hat jedoch handfeste Gründe, sagt der Vorsitzende Gerd Engler: "Ohne die finanziellen Mittel können viele der sozialen Ziele, die wir anstreben, gar nicht erst in Angriff genommen werden", so der Vorsitzende, der deswegen auch für die Erhebung moderater Parkgebühren im Gocher Zentrum plädiert, etwa um die Sanierung maroder Straßen im Stadtgebiet zu finanzieren.

Beim Thema soziale Sicherheit will die SPD die Familienfreundlichkeit von Arbeitsplätzen fördern und das Engagement der Kommune zum Erhalt der ärztlichen Versorgung vor Ort erhöhen. Soziale Einrichtungen und Beratungsangebote sollen genauso gefördert und gestärkt werden wie Mehrgenerationenprojekte. Kultur und Sport will die SPD durch den Ausbau von Erholungsgebieten, Breitensportförderung und durch die Unterstützung der Renaturierung der Niers fördern. Das Hauptziel der Gocher SPD bei der nahenden Kommunalwahl: "Wir wollen die absolute Mehrheit einer Partei brechen und die Zahl unserer derzeit sieben Mandate erhöhen", so Engler. "Nur wenn es uns gelingt, die absolute Mehrheit einer Partei zu verhindern, ist es möglich, die Wirtschaftspolitik in Goch zu ändern", so der Vorsitzende - der mit "einer Partei" freilich die CDU meint.

(RP)
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