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Goch/Kevelaer/Weeze: Sparkasse will weiter wachsen

Goch/Kevelaer/Weeze : Sparkasse will weiter wachsen

Von Dortmund nach Goch, vom Bereichsleiter zum Chef: Thomas Müller ist der neue Vorstandsvorsitzende der Verbandssparkasse Goch-Kevelaer-Weeze. Er ist optimistisch, das Geldinstut weiter stärken zu können.

Als Bereichsleiter Vermögensberatung bei der Sparkasse Dortmund war Thomas Müller für 120 Mitarbeiter verantwortlich und bewegte rund 2,2 Milliarden Euro. Ganz so groß ist das Geschäftsvolumen am neuen Wirkungsort nicht, aber dafür ist Müller jetzt Chef. Vorstandsvorsitzender einer anerkannt erfolgreichen, auf sehr soliden Füßen stehenden Sparkasse. Die Verbandssparkasse Goch-Kevelaer-Weeze hat, wie berichtet, einen neuen Leiter, der sich gestern, an einem seiner ersten Arbeitstage, der Rheinischen Post vorstellte. Müller tat das nicht allein, sondern im Beisein seines Vize Stefan Eich. Der Dritte im Bunde, der Weezer Johannes van Hall, wird mit dem Jahresende ausscheiden und war beim gestrigen Gespräch nicht dabei. Wohl aber Marketingchef Jochen Rademacher.

Schnell heimisch werden

Der Nachfolger von Gerd Blombach ist entschlossen, am Niederrhein schnell heimisch zu werden. Ein Wohnhaus für die Familie ist gekauft, den Mitarbeitern in Goch, Kevelaer und Weeze hat sich "der Neue" bereits vorgestellt.

Mit Freude haben die Kevelaerer Rotarier erfahren, dass Müller Clubmitglied ist — sie werden sicher um ihn werben. Für Fußball interessiert er sich ebenfalls und wäre mit seinen 48 Jahren für jede Alt-Herren-Mannschaft eine willkommene Verstärkung. Aber Müllers Problem wird sein, wenig Zeit zu haben. Außerdem: Bei einem, dessen Vater schon Banker war und dessen zwei Kinder ebenfalls eine Bank-Ausbildung machen oder gemacht haben, kann man Leidenschaft zum Beruf unterstellen, weshalb er sein Engagement jetzt erst einmal auf diesen Lebensbereich konzentrieren wird.

Die vorhandenen Kunden pflegen, neue hinzu gewinnen, wachsen und als Sparkasse selbstständig bleiben — das ist erklärtes Vorhaben. Etwa 100 Mitarbeiter in den Filialen, von denen keine aufgegeben werden soll, helfen ihm dabei. Für viele von ihnen steht Weiterbildung an, denn "im Wettbewerb mit Direktbanken muss man die Kunden über kompetente und persönliche Beratung ans Haus binden". Insbesondere, wenn es um den Hausbau gehe oder um Investitionen ins Unternehmen, vertrauten sich Verbraucher eher nicht anonymen Online-Banken an. Die Konkurrenz der Banken vor Ort nehme man ernst und werde sich ihr mit Qualitätsprodukten stellen.

Wird sich die Geschäftspolitik der Verbandssparkasse ändern? "Wie war sie denn bisher?", fragt Müller mit betont harmlosem Gesicht. Er wolle keine Vergleiche anstellen, die Vergangenheit sei vergangen. Angesichts der sehr guten Vermögenslage und der üppigen Sicherheitsrücklage könne die Sparkasse Goch jedes Geschäft machen, das sie machen wolle. "Wir werden aber nichts tun, woran wir uns verschlucken." Der Niederrhein und seine Bewohner hätten reichlich Potenzial, das die Sparkasse nutzen wolle.

(RP)