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Sonderausstellung im RAF-Museum in Weeze zum Bau des nato-Flughafens

Sonderausstellung : Heidelandschaft wird Nato-Flugplatz

Das Royal-Air-Force-Museum Laarbruch zeigt in einer Sonderausstellung, wie 1953/54 innerhalb eines Jahres der Nato-Flugplatz Laarbruch entstand. Bis zum 30. November kann man einen Eindruck von der aufregenden Zeit gewinnen.

Neuland betreten heißt nicht nur, wie Christoph Columbus unbekanntes Land entdecken, wo die Landkarte weiß war. Es kann auch heißen, Landschaft zu verändern und Menschen zusammenzubringen, die verschiedene Sprachen sprechen oder sogar gegeneinander gekämpft haben.

Wie innerhalb eines einzigen Jahres eine Heidelandschaft – die Hees bei Weeze – sich in einen hochmodernen Nato-Flugplatz verwandelte – das zeigt das Royal Air Force (RAF) Museum Laarbruch-Weeze in einer Sonderausstellung. Sie wurde am Samstag feierlich eröffnet.

 Die Besucher können sich dank der vielen Ausstellungsstücke auf eine spannende Zeitreise begeben.
Die Besucher können sich dank der vielen Ausstellungsstücke auf eine spannende Zeitreise begeben. Foto: Norbert Prümen (nop)

Zusammen mit über 50 weiteren Museen am Niederrhein und in den niederländischen Provinzen Gelderland und Limburg nimmt das RAF-Museum Weeze damit teil am Themenjahr „Neuland“ des Kulturraums Niederrhein. „Die Veränderungen in so kurzer Zeit waren unvorstellbar“, sagte Helmut Hartmann, Ehrenvorsitzender und Mitgründer des Vereins, bei der Ausstellungseröffnung. Im Oktober 1953 begannen die Bauarbeiten, ein Jahr später landeten die ersten Militärflugzeuge. 2700 britische Soldaten lebten, teilweise mit ihren Familien, in Laarbruch, es entstand eine „Engländersiedlung“ mit rund 400 Wohneinheiten, es gab eine „London Street“, eine „York Street“, und die Nachbargemeinde Goch wurde „Klein-London“ genannt, weil auch dort Wohnsiedlungen für RAF-Angehörige geschaffen wurden.

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600 deutsche Zivilangestellte fanden an der Royal- Air-Force-Station einen Arbeitsplatz. Wiederum eine neue Ära begann, als die letzten britischen Soldaten Weeze verließen und an gleicher Stelle ein ziviler Flughafen gebaut wurde. Am 1. Mai 2003 nahm der Airport Weeze seinen Betrieb auf. Auch diese Veränderung war „Neuland“ für die Menschen in und um Weeze. Das Royal-Air-Force-Museum Laarbruch dokumentiert 45 Jahre Präsenz der britischen Luftwaffe, ist seit 2007 für die Öffentlichkeit zugänglich.

Es nennt sich auch „Museum für Frieden und Freundschaft“. Die Sonderausstellung „Neuland“ befindet sich im Raum der ehemaligen St. Peter’s Church. Verschiedene Themen werden durch Foto-Collagen dokumentiert: der Baubeginn der Start- und Landebahn, der Transport eines riesigen Stahlgerüsts aus Bremen nach Laarbruch, die Wohnsiedlungen der Soldaten und natürlich das Kino, in dem 370 Zuschauer Platz hatten. Ein ganz wesentlicher Teil des Lebens war auch das Thema Freizeit. Die englischen Soldaten spielten mit deutschen Freunden Fußball, es wurde zusammen gefeiert, man verliebte sich. Manche deutsch-britische Ehen entstanden, wie die von Cilly und Rodney Hawkins. Beide sind im Museumsverein aktiv und haben auch die aktuelle Ausstellung mit vorbereitet.

Der Weezer Bürgermeister Ulrich Francken war nicht nur in seiner Funktion als Bürgermeister zur Eröffnung der Neuland-Ausstellung gekommen, er ist auch Mitglied im Vorstand des Kulturraums Niederrhein. Er sagte: „Dieses Museum hat einen wichtigen Auftrag, nämlich zu verdeutlichen, was Krieg und Frieden ist. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir in Frieden leben, dass wir wählen dürfen und dass wir grenzüberschreitend zusammenarbeiten. Der rote Faden dieses Museums ist, dass aus Besatzern Freunde wurden.“ Er gratulierte dem Royal-Air-Force-Museum für seine Teilnahme am Themenjahr und überreichte dem Vorsitzenden Heinz Willi Knechten auch einen Umschlag von der Gemeinde. Man fördere ja nicht nur mit Worten, so der Bürgermeister. Zu Gast in Weeze war auch die Pressesprecherin des Kulturraums Niederrhein, Beate Schindler-Plange. „Dies ist unser fünftes Themenjahr, und Laarbruch war jedes Mal dabei“, betonte sie. Die Besucher können dank der Ausstellung der aufregenden Zeit für Weeze ein Stück nachspüren.