So kann Lärmschutz auch aussehen

Gocher Politik : So kann Lärmschutz auch aussehen

80 bis 90 Meter lang soll sie werden sowie Elemente aus Glas, Beton und Grün enthalten – die neue Lärmschutzwand für den Kindergarten am Ring. Weitere Themen im Gocher Bauausschuss: die Allee an der Brückenstraße sowie das Umfeld gegenüber dem Markt. Dort soll im Erdgeschoss Wohnen ausgeschlossen werden.

Drei Varianten standen zur Auswahl, für den Entwurf Nummer C hat sich der Gocher Bauausschuss am Donnerstagabend mit großer Mehrheit entschieden. Die Rede ist von der Lärmschutzwand für die Awo-Kindertagesstätte „Nierspiraten“ an der Pfalzdorfer Straße. Was sie kosten soll, das konnte Stadtsprecher Torsten Matenaers auf Anfrage unserer Redaktion nicht beantworten. Denn die Lärmschutzwand ist Teil der gesamten Straßenbaumaßnahme.

Bekanntlich wird gleich neben dem ehemaligen Jugendzentrum Astra, in dem sich heute die Kita befindet, derzeit ein Kreisverkehr gebaut, von dem aus der Ostring Richtung Stadtwerke verlängert wird. Der seit Jahrzehnten gewünschte Ringschluss wird deutlich mehr Verkehr in diese Gegend bringen. Und soll weder die Kinder nebenan gefährden, noch allzu sehr stören. Deshalb ist eine Lärmschutzwand geplant, über deren Optik am Donnerstag die Mitglieder des Bauausschusses entschieden haben.

Geschäfte statt Wohnungen im Erdgeschoss: Goch ändert den Bebauungsplan für die Lage zwischen Mühlenstraße, Markt, Brückenstraße und Kirchhof. Foto: Julia Lörcks

Im Auftrag der Stadt hatte Architekt Bernd Prieske den Politikern drei ähnliche Varianten vorgelegt. Bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung entschied sich die Mehrheit für Variante C – eine 80 bis 90 Meter lange Lärmschutzwand mit Elementen aus Glas, Beton, Fliesen und Grün. „Aus Sicht der Pflege und Unterhaltung wäre mir eine durchgehende Betonwand natürlich lieber“, sagte Wolfgang Janssen von der Gocher Stadtentwicklungsgesellschaft. Doch der Wunsch nach etwas Besonderem für die kleinen Kinder, die durch eine große Betonwand größtenteils im Schatten stehen würden, wiege schwerer. Das Besondere ist in diesem Fall eine Mischung aus verschiedenen Elementen. So sollen die „Gocher Männchen auf den Glaselementen abgebildet werden. Die Stadtsilhouette ist dort ebenfalls zu sehen. Die Betonelemente werden durch Gucklöcher aufgelockert. Dazu ein großes Feld aus verschiedenfarbenen Fliesen und sechs Grünbereiche.

Auch das Bauvorhaben an der Brückenstraße unmittelbar an der Niers ist von der Änderung betroffen. Foto: Julia Lörcks

Um Optik ging es auch bei einem weiteren Thema im Bauausschuss – genauer gesagt um das Aussehen der Brückenstraße. Wie berichtet, wollen CDU und SPD dort wieder eine Allee sehen. Ein entsprechender Antrag, der nach einer langer Diskussion dann doch einstimmig abgesegnet wurde, fordert die Stadtveraltung nun auf, ein Konzept mit verschiedenen Varianten zu erstellen, die Kosten dafür zu berechnen und mögliche Fördermöglichkeiten zu prüfen. Zudem sollen, so regte es zumindest die Fraktion Bürgerforum Goch (BfG) an, die Anwohner von Anfang an miteinbezogen, die Parkplätze nicht außer Acht gelassen und auch das noch zu erarbeitende Fahrradkonzept berücksichtigt werden.

Apropos Brückenstraße: Vom Markt aus bis zur Niers soll der Bebauungsplan jetzt in einem vereinfachten Verfahren geändert werden. Für Hausbesitzer und Investoren heißt das: Im Erdgeschoss zur Straßenseite soll Einzelhandel vorgeschrieben werden. Wohnungen hingegen sind untersagt. Das gilt auch für das große Bauvorhaben, das unmittelbar an der Niers entsteht. Doch nicht nur ein Teil der Brückenstraße ist davon betroffen, für Grundstücke am Markt, an der Mühlenstraße und am Kirchhof gilt diese Änderung ebenfalls. Ziel dieser Maßnahme: Der Markt soll gestärkt werden, Goch eine attraktive Innenstadt bleiben.

Mehr von RP ONLINE