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Goch: Schweizerhaus gerettet

Goch : Schweizerhaus gerettet

Der Kölner Hotelkaufmann Sia Pour, der bereits 2008 vier Monate lang Direktor des Materborner Parkhotels war, hat das Gebäude ab dem kommenden Monat unbefristet gepachtet. Und plant bereits die Wiedereröffnung.

KLEVE Der Geruch der Polstermöbel im Innern des Klever Schweizerhauses zeugt noch von vergangenen Hochzeiten. Das Mobiliar steht unverändert und an der Eingangstür hängt immer noch die Bekanntmachung der Insolvenz. Und doch sieht man zwischen Tischen und Stühlen im Lokal das eine oder andere nur halb abgebrannte Teelicht. Jederzeit dazu bereit, wieder entfacht zu werden.

Das gleiche Bild

Von außen bietet sich seit Wochen ebenfalls das gleiche Bild. Doch in den vergangenen Tagen kam im wahrsten Sinne Bewegung in die Angelegenheit Parkhotel Schweizerhaus. Hinter den Vorhängen erkannte man immer wieder geschäftig umherlaufende Schatten und tatsächlich, das Schweizerhaus ist gerettet. Gemeinsam mit seinem Partner, einem Juristen aus Berlin, hat der Kölner Hotelkaufmann Sia Pour einen unbefristeten Pachtvertrag unterzeichnet, der ab dem 1. September in Kraft treten wird. "Das ist dann der Startschuss für den Neubeginn", verriet Pour im Gespräch mit der Rheinischen Post.

Vor der Neueröffnung stehen allerdings zunächst noch viele Arbeiten an, so der zukünftige Besitzer. "Wir müssen unter anderem bauliche Maßnahmen am Dach und an der Fassade vornehmen", ergänzte Pour, der sich mit dem Parkhotel Schweizerhaus bestens auskennt und daher "sehr gerne zurückgekommen" ist.

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Bereits im Jahr 2008 war der Kölner als Direktor des Schweizerhauses für vier Monate in Kleve und hat damals auch "viele interessante Kontakte knüpfen" können. Diese Kontakte haben ihn kurz nach Bekanntwerden der Insolvenz angesprochen und gefragt, ob er sich ein erneutes Engagement vorstellen könne.

Pour, der 2008 aus persönlichen Gründen wieder gegangen war, war sofort interessiert und plant jetzt die Wiedereröffnung. Viele Mitglieder des alten Personals werden laut Pour übernommen und er rechnet grob mit etwa 40 bis 50 entstehenden Jobs. Für den kommenden März planen Pour und Partner den Erwerb der Immobilie, denn der derzeitige "finanzielle Aufwand ist erheblich".

Die für die Immobilie zuständige Zwangsverwalterin von der Frankfurter MHB-Bank, die Ende Mai noch nicht an einer Fortführung des Schweizerhaus interessiert war (RP berichtete), konnte bislang nicht erreicht werden. Pour, der aufgrund der im vergangenen Jahr gemachten Erfahrungen von der Insolvenz "nicht überrascht" wurde, blickt jedenfalls optimistisch in die Zukunft und plant bereits die große Wiedereröffnung, bei der das zukünftige Konzept vorgestellt werden soll. Bleibt abzuwarten, ob daran mehr Leute interessiert sind als in jüngster Vergangenheit.

(RP)