1. NRW
  2. Städte
  3. Goch

Schwalbenfreundliches Haus: Nabu zeichnet Sonja Hendricks aus Goch aus

Schwalbenfreundliches Haus : Nabu zeichnet Gocherin aus

Sonja Hendricks erhielt von Susanne Klostermann die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“. Das Artenschutzprojekt hat sich nach Angaben des Nabu zu einem der erfolgreichsten in Nordrhein Westfahlen entwickelt.

(RP) Für ihre Schwalbenfreundlichkeit wurde jetzt Sonja Hendricks aus Goch ausgezeichnet. Susanne Klostermann von der Nabu-Naturschutzstation Niederrhein verlieh ihr die Plakette als Anerkennung für den Beitrag, den Familie Hendricks zum Erhalt der Artenvielfalt auf ihrem Reiterhof leistet. Zusätzlich macht die Plakette auf die Gefährdung und die rückläufigen Bestände der Schwalben aufmerksam.

Schwalben sollen Glück bringen und gelten als Sommerboten. Sonja Hendricks lässt deshalb das alte Nest im Gebälk ihres Reitstalls hängen und die Stalltür geöffnet, damit die Vögel uneingeschränkt am zweiten Nest weiterbauen können. Zusätzlich stellt sie feuchten Lehm als Baumaterial und einen ganzen Misthaufen voller schmackhafter Fliegen und einen nahezu unversiegelten Hof mit offenen Böden zur Verfügung. Das alles sind Gründe für den Nabu, ihr mit der Plakette für ihr schwalbenfreundliches Haus Danke zu sagen.

Hendricks hatte bereits auf ihrem früheren Reiterhof in Schottheide zwei Schwalbenpärchen und fühlt sich von den Vögeln begleitet. Bei der täglichen Arbeit im Stall hat sie die Nester immer gut im Blick und ihr Gezwitscher stetig im Ohr. Ein besonderes Erlebnis sei es, die Eltern bei Flugübungen mit ihrem Nachwuchs zu beobachten. Während sich manche Menschen um die Sauberkeit ihres Hauses sorgen sagt Hendricks nur: „Natürlich machen sie Dreck.“ Der Kot auf dem Stallboden störe sie nicht und lässt sich ganz leicht entfernen. Ein einfacher Trick behebt übrigens dieses etwaige Problem: Unter den Nestern kann man simple Kotbretter anbringen. Ansonsten erweisen sich die Schwalben als äußerst dankbare und friedliche Untermieter. Und sie fangen unerwünschte Gäste wie Fliegen oder Mücken zuhauf, welche sich besonders gern in der Nähe von Pferden tummeln.

Das Artenschutzprojekt „Schwalbenfreundliches Haus“ hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem der erfolgreichsten in Nordrhein Westfahlen entwickelt. Wer sich dafür bewerben möchte, sollte Nester über den Winter erhalten und nicht entfernen oder kann Lehmpfützen anlegen. Dazu lässt man ganz einfach eine Wanne oder Teichfolie in den Boden ein. Darin muss dann eine Mischung aus Lehm und Stroh oder Heu den ganzen Sommer über feucht gehalten werden. Den eleganten Flugkünstlern mangelt es nämlich heutzutage oftmals an geeigneten Brutplätzen und Baumaterial. Außerdem benötigen Schwalben, wie alle anderen Vögel auch, offene Böden für gelegentliche Gefiederpflege, was man als Komfortverhalten bezeichnet.

Sowohl die Mehl- als auch die Rauchschwalbe stehen in NRW bereits auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten. Gründe dafür sind, dass manche Menschen die geschützten Nester unrechtmäßig entfernen und die Vögel auf ihrer Zugroute in Südeuropa und Afrika bejagt werden.