Freie evangelische Gemeinde : Schulranzenfest für den guten Zweck

Zum zweiten Mal veranstaltet die Freie evangelische Gemeinde Goch ein Fest, bei dem ausgediente Schulranzen gesammelt werden. Im letzten Jahr konnten über 50 Tornister an bedürftige Kinder auf dem Balkan gespendet werden.

Wer demnächst als Erstklässler in die Schule kommt, zeigt gerne und stolz seinen Schulranzen und was da alles schon drin ist: Mäppchen, Buntstifte, Malblock, Farbkasten. Nicht für alle Kinder, die zur Schule gehen, ist ein schöner Schultornister mit allem drum und dran Selbstverständlichkeit. „In Balkanländern wie Bulgarien, Mazedonien und Kosovo zum Beispiel gehen viele Kinder mit einer Plastiktüte zur Schule. Ein Schulranzen ist für sie ein unbezahlbarer Luxus“, berichtet Miriam Jander von der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) Goch. Um für diese Kinder zu spenden, veranstaltet die FeG am kommenden Sonntag, 8. Juli, von 13 bis 16 Uhr an der Mühlenstraße 72 das zweite „Schulranzenfest“.

Unter dem Motto „Teilen und gewinnen“ können (Noch-)Viertklässler ihre ausgedienten Schulranzen abgeben, an einem Glücksrad drehen und ein Geschenk als Dankeschön erhalten. „Im letzten Jahr war das Schulranzenfest ein voller Erfolg“, sagt Helmut Herold, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit der FeG. Es wurden über 50 Schultornister gespendet, durch Kuchenverkauf, Bücherflohmarkt und Geldspenden konnten außerdem 900 Euro an die Auslandshilfe des Bundes der FeG für die Ausstattung der dortigen Schulen weitergeleitet werden. „Jeder Mensch hilft eigentlich gerne. Etwas Gutes für andere zu tun, fühlt sich gut an“, beschreibt Pastor Daniel Jander die Grundidee des Schulranzenprojekts. Die Kinder hätten im letzten Jahr begeistert mitgemacht und stolz ihren Ranzen hergeschenkt.

Miriam Jander, Initiatorin des Hilfsprojekts, hat bereits im Vorfeld die Grundschulen besucht, die Aktion vorgestellt und Flyer verteilt. „Die Schulen unterstützen uns sehr“, berichtet sie. Wer seinen Schulranzen spendet, darf sich über ein Geschenk freuen: Spielsachen für drinnen und draußen, Springseile, Footskipper, Bälle, CD’s, Quiz-Blocks und allerlei kleine Freuden, die verschiedene Gocher Firmen gespendet haben. Von den Stadtwerken gibt es Eintrittsgutscheine für das Freizeitbad GochNess. Bei den derzeitigen Temperaturen freuen sich die Schulranzenspender auch über Eis-Gutscheine. Weitere Spenden in Form von Spielsachen oder Gutscheinen für etwa 10-jährige Kinder nimmt die FeG gerne in Empfang. Geldspenden für die Schulprojekte auf dem Balkan leitet die Gemeinde weiter an die Auslandshilfe des Bundes. Auf Wunsch werden die Spender auf der Spendentafel aufgeführt. Wie Helmut Herold erläutert, achtet die Auslandshilfe sehr darauf, dass Sach- und Geldspenden direkt und ohne Umwege über „Kanäle“ an die Zielorte gelangen. „Wir kennen die Schulen persönlich, das Geld wird nicht durch Dritte weitergeleitet“, sagt er. An den zentralen Sammelstellen gibt es viele freiwillige Helfer, die etwa die Lkw fahren oder den Inhalt der gespendeten Schulranzen noch einmal kontrollieren. Buntstifte, Spitzer, Radierer und ein Mäppchen, sowie Hefte zum Schreiben und Rechnen sind darin. Wer möchte, kann diese Utensilien auch schon vorher hineintun (keine Filzstifte).

Das Schulranzenfest ist eingebunden in ein Gemeindefest, das zeitgleich stattfindet und bereits um 10.30 Uhr mit einem Familiengottesdienst in der Kapelle an der Mühlenstraße beginnt. Für die kleinen Gäste gibt es eine Spielstraße, Torwandschießen und den „heißen Draht“. Beliebter Spaß ist die Schokokuss-Maschine, die auch in diesem Jahr nicht fehlt. Die Erlöse des Gemeindefestes, die durch Bücher-Trödel, Salatbuffet, Kuchen- und Würstchenverkauf erzielt werden, fließen ebenfalls in die Schulprojekte, wie Miriam Jander erklärt.