Goch: Schule ohne "Schule"

Goch: Schule ohne "Schule"

In die Schule gehen, wenn gar kein Unterricht ist? Am Wochenende? Mit den Eltern? Das alles funktioniert an der Liebfrauenschule in Goch prächtig. Die Kreativ-Idee, im Eltern-Café geboren, wurde zu einem einzigartigen Erfolg.

Ostern, ganz klar. Das Thema stand fest. Ansonsten . . . mussten Dagmar van Kempen, Uschi Meyen, Marina van Holt-Kreutzenbeck und all die anderen Aktiven des Liebfrauen-Elterncafés gemeinsam mit "Ganzags-Mann" Christian Aymans-Weerepas alles selbst erdenken, erarbeiten, planen, organisieren. Die Idee: "Die Kinder kommen außerhalb der üblichen Unterrichtszeiten zu besonderen Aktionen in die Schule – und zwar gemeinsam mit den Eltern oder auch den Großeltern", so Marina van Holt-Kreutzenbeck. "Denn genau das ist ja der Ansatz, den wir uns im Elterncafé überlegt haben. Gemeinsam etwas machen!" Schulleiterin Engeline Aymans war Feuer und Flamme für die Idee. Der rührige Förderverein der Liebfrauen-Grundschule schoss Geld fürs benötigte Material vor.

Und dann begannen die Vorbereitungen. Unterstützung heimischer Handwerksbetriebe half bei der Materialbeschaffung. Zurecht gesägte Spanplatten-Teile, Kerzen, Wachs zum Belegen, sogar – und das war ob des Außergewöhnlichen schließlich der Renner – Schiefer als Arbeitsmaterial organisierte Christian Aymans-Weerepas.

"Da will ich wieder hin"

Vier Stunden in der Schule nicht "Schule" machen, sondern anders kreativ sein: Dafür hatten die Eltern mit dem Ganztags-Team richtige "Stationen" vorbereitet, übers ganze Schulgebäude verteilt. Mehr als 30 Anmeldungen gab's diesmal – und beim nächsten Mal sicher mehr. Denn selbst Kinder, die sich sonst nicht so sehr für "Basteln" begeistern, waren hin und weg. So der Sohn von Marina van Holt-Kreutzenbeck. "Eigentlich hatte er keine Lust – hinterher hat er gesagt: Mama, wenn wieder so was ist, gehen wir hin!"

Da freut sich die Mutter – und da freut sich das Team. Erstaunlich ist, was die Kinder an einem Wochenend-Vormittag so alles erdacht und hergestellt haben. "Da sind richtige Kunstwerke dabei", sagt Dagmar van Kempen. Bedenken, dass es zu schwer oder auch zu gefährlich sein könnte, Schiefer mit dem Hammer zurecht zu klopfen, Löcher hinein zu bohren, waren rasch zerstreut. "Dafür gab es ja Hilfe, haben die Kinder mit den Eltern und auch unserem Ogata-Team zusammen gearbeitet", sagt Engeline Aymans.

Schlüsselplatten und mit Metall belegte Kunstwerke aus Schiefer, Osternester, wie man sie sonst nirgends findet, wunderschöne Kerzen und Leuchter, deren poppig-fröhliche Deko aus Luftballon-Material besteht – neue Ideen gab's viele. "Es kam uns darauf an, dass die Kinder selbst etwas entwerfen und nicht nachbasteln", so Marina van Holt. Vielleicht war auch das mit ausschlaggebend für den Erfolg der Aktion.

Ein schöner Vormittag mit tollen Ergebnissen. Für Engeline Aymans zählt aber "das Grundsätzliche" mindestens genau so viel. Eltern und Kinder gemeinsam in der Schule – das hat Zukunft.

(RP)