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Schulausschuss Goch bewilligt Anschaffung von iPads

Bildung in Goch : 550 iPads für die Gocher Schulen

Schneller als gedacht hat das Land Mittel für die Anschaffung von Endgeräten für digitales Lernen bewilligt. Die Stadt Goch schafft 326 iPads für Schüler und 221 für Lehrer an.

Während des Corona-Lockdowns und dem daraus folgenden „Homeschooling“ hatten sich viele Schüler mit ihrem Smartphone behelfen müssen – manche waren gar komplett vom Kontakt mit der Schule ausgeschlossen. Weil man nicht allen Eltern zumuten kann, selbst geeignete „Endgeräte“ für das digitale Lernen anzuschaffen, hat das Land, wie berichtet, ein Förderprogramm für dieses Thema aufgelegt. Die Stadt Goch bekommt aus dem „Sofortausstattungsprogramm“ 162.000 Euro für Schüler-Geräte, von denen sie zehn Prozent selbst übernehmen muss. Die überplanmäßige Ausgabe wird der Investitionspauschale entnommen, beschloss der Schulausschuss. Die Geräte für die Lehrer bezahlt das Land alleine, daran muss sich die Kommune nicht beteiligen.

Der Schulausschuss Goch hatte noch ein zweites Thema auf der Tagesordnung stehen, das in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geräteanschaffung stand. Denn die iPads, die nicht nur im Fall erneuter Schulschließungen genutzt werden sollen, benötigen WLAN. Nicht für alle Anwendungen, aber für viele. Hermann-Josef Kleinen als Leiter des Schulamts berichtete gerne, dass die Stadt Goch nicht erst jetzt mit dem Thema befasst sei. An der Leni-Valk-Realschule zum Beispiel werde derzeit aus dem Programm „Gute Schule 2020“ WLAN installiert, ab Herbst würden sukzessive alle weiteren Schulen, die bisher noch kein Breitband nutzen können, entsprechend ausgebaut. Mit der Deutsche Glasfaser, die ohnehin derzeit in Goch fürs schnelle Internet sorge, seien entsprechende Verträge geschlossen worden.

Einen „Medienentwicklungsplan“ gibt es in Goch seit 2003. Damals waren noch Computerecken oder EDV-Räume das Maximum, in den vergangenen Jahren jedoch seien 200.000 Euro in zeitgemäße Technik investiert worden. Hier und da hätten, in enger Abstimmung mit der Kommune, auch Fördervereine Anschaffungen von Notebooks oder interaktiven Displays unterstützt. Die Corona-Krise bringe nun „einen neuen Drive“ in die Thematik, so Kleinen. Wobei sich Pädagogen einig seine, dass Präsenzunterricht immer der Vorzug gegeben werden müsse. Klaus-Dieter Nikutowski (SPD) hatte nämlich gefragt, ob man jetzt „aus der Corona-Welt gleich in die Apple-Welt übertreten will oder nicht doch mal wieder den bewährten Unterricht betreiben“ wolle? Sicher, aber wenn der mal nicht möglich sei, etwa weil Schulklassen in Quarantäne müssen, könnten die iPads sehr nützlich sein. Oder eben auch den normalen Unterricht befruchten.

Die Leiterin der Pfalzdorfer Grundschule, Ursula Niewerth, erzählte von ihren Erfahrungen mit einem Tablet-Projekt (RP berichtete); „Die Dritt- und Viertklässler hatten die Geräte leihweise zur Verfügung gestellt bekommen und waren ebenso wie ihre Lehrer begeistert von den Einsatzmöglichkeiten“. Ludger Hendricks (CDU), selbst Fachlehrer für Informatik, warnte allerdings vor dem bloßen „Klicken und Wischen“, das iPads von „richtigen“ Computern, mit denen man auch programmieren könne, unterscheide (das geht auch mit iPads, korrigierte der Administrator des Rechenzentrums). Im Studium oder später im Beruf würden die jungen Leute ganz bestimmt an festen PCs arbeiten. Ob die denn an den Schulen gar nicht mehr genutzt würden? Christoph Peters, Direktor des Gymnasium Goch, versicherte, dass an seiner Schule erst im vergangenen Jahr zwei Computerraum neu ausgestattet worden seien, und selbstverständlich würden sie intensiv genutzt. Übrigens könne man die (Apple-)iPads auch in das sonstige EDV-Netz einbinden, versicherte der Administrator.

Marc Groesdonk (CDU) beantragte für den nächsten Bau- und Planungsausschuss eine Kostenaufstellung für die Ausstattung der Schulen mit WLAN.