Goch: Schokoticket: Für zwölf Euro überall hin

Goch : Schokoticket: Für zwölf Euro überall hin

Schokoticket statt Schülermonatskarte: Bald wird sich wegen der beschlossenen Tarif-Einheit mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr wohl auch für Jugendliche vieles ändern. Das Schokoticket kostet maximal zwölf Euro.

Es war eine Vorab-Information, die Günter Heursen, als Stadtwerke-Mann zuständig für den öffentlichen Personennahverkehr in Goch, dem Schulausschuss nun gab. Eine Entscheidung steht noch aus – aber wenn der Rat dafür votiert, wird ab dem kommenden Jahr das bekannte Schokoticket die alten Schülermonatskarten ersetzen. Es habe, sagte Torsten Matenaers, Sprecher der Stadt Goch, gestern, im Vorfeld schon "umfangreiche, aber nicht immer eindeutige Berichterstattung" gegeben.

Nun also mal die Fakten: Grundsätzlich ist vorgesehen, dass für Schüler im VRR-Gebiet das Schokoticket gilt. Ab dem 1. Januar 2012 gehört auch Goch zum VRR. Denn die Kreise Kleve und Wesel hatten im Herbst vergangenen Jahres beschlossen, dass die Verkehrsgemeinschaft Niederrhein dem VRR zugeschlagen wird. "Der Tarif des VRR, des großen Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr, gilt dann also auch hier bei uns am unteren Niederrhein, beispielsweise in Goch", so Torsten Matenaers.

Und mit dem VRR-Angebot kommt dann fast selbstverständlich das Schokoticket, das dann die Schülerfahrkarte ablösen würde. Matenaers: "Die bislang üblichen Schülerfahrkarten gelten ausschließlich im Tarifgebiet Goch-Stadt – und wenn Schule ist. Das Schokoticket wird dann für den nördlichen Bereich des VRR gelten. Schüler können dann also, egal, ob Vormittag, Nachmittag oder Ferienzeit, beispielsweise mit dem Ticket ohne weitere Zahlungen nach Duisburg, Oberhausen oder Krefeld fahren. Und: Sie können die Busse benutzen, aber ebenso alle Bahnen, die das VRR-Zeichen tragen."

Gestaffelter Eigenanteil

Das Ganze kostet dann allerdings. Die Schülerfahrkarten mit dem auf Goch beschränkten Gültigkeitsbereich gab es für die Kinder und Jugendlichen bislang gratis. Matenaers: "Beim Schokoticket gibt es einen gestaffelten Eigenanteil. Volljährige Schüler zahlen zwölf Euro im Monat. Bei minderjährigen Kindern einer Familie werden fürs erste Kind ebenfalls zwölf Euro berechnet. Fürs zweite Kind sind es dann nur noch sechs Euro. Und ab dem dritten Schokoticket pro Familie werden überhaupt keine Kostenbeiträge mehr fällig." Grundschüler würden in jedem Falle höchstens sechs Euro zahlen.

Wie wird der Rat entscheiden? Weiterhin eine Karte nur fürs Stadtgebiet, nur für Schülerfahrten? Oder im kommenden Jahr die Einführung des Schokotickets mit einem Eigenanteil? Gute Argumente gibt es für beides. Entscheidend wird aber letztlich sein: Bleibt Goch bei den Schülerfahrkarten nach alter Manier, wird es für die Stadt höchstwahrscheinlich teurer. Und diese Kosten müssen natürlich auch irgendwie gedeckt werden. Fürs Schokoticket hingegen gibt es umfangreiche Zuschüsse.

(RP/jul)
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