Goch: Schnee sorgt für Staus und Unfälle

Goch: Schnee sorgt für Staus und Unfälle

Die Niag musste gestern den Busverkehr zeitweise einstellen, Kinder kamen von der Schule nicht nach Hause. Auch der Flughafen Weeze stellte den Betrieb ein. Die Polizei zählte 30 Unfälle bis zum Nachmittag, Elfjährige schwer verletzt.

So hatten sich die Urlauber das Ende ihres Wochenend-Trips nach München nicht vorgestellt: "Dreimal nahm der Pilot Kurs auf den Flughafen Weeze und drehte wieder ab, weil er offenbar keine Landegenehmigung bekam", sagte eine Passagierin unserer Redaktion. Dann flog er stattdessen nach Düsseldorf, wo er immerhin im zweiten Anlauf landen konnte. "Seitdem stehen wir hier in einer langen Schlange am Eurowings-Schalter und hoffen zu erfahren, wie wir nach Hause kommen."

Entgegen zahlreicher Vorhersagen kam es am Montag auch im Kreis Kleve zu heftigen Schneefällen. Nachdem am Airport Weeze bereits am Sonntag vier Flüge ausfielen, kam es gestern erneut zu erheblichen Beeinträchtigungen. Wegen des Schneefalls konnte zwischenzeitlich die Landebahn nicht freigeräumt werden, insgesamt fielen vier Flüge aus. Außerdem mussten die Maschine aus München nach Düsseldorf und das Flugzeug aus London nach Köln umgeleitet werden. Probleme könnten einige Fluggäste außerdem gehabt haben, vom Airport nach Hause zu kommen. Der Airportshuttle nach Kevelaer fiel wegen des Schnees aus.

Denn auch auf den Straßen war die Situation nicht besser: Bis zum Nachmittag zählte die Polizei 30 witterungsbedingte Unfälle auf den Straßen. Dabei gab es vier Verletzte. Eine Elfjährige verletzte sich auf dem Schulweg am Morgen in Goch schwer. Das Mädchen aus Weeze war gegen 7.40 Uhr mit dem Fahrrad auf der Marienwasserstraße unterwegs, als sie auf der vereisten Fahrbahn von einem Renault Twingo erfasst wurde, der ebenfalls in Richtung Stadtmitte fuhr. Das Kind wurde mit dem Rettungswagen zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr besteht für sie derzeit nicht. Die Staatsanwaltschaft beauftragte einen Sachverständigen, um ein Unfallgutachten zu erstellen.

Schon am Wochenende war es auf den Straßen im Kreis Kleve zu insgesamt 47 Unfällen gekommen, die sich auf die eisige Witterungslage zurückführen lassen. Dabei verletzten sich 13 Personen. Auch für die kommenden Tage rät die Polizei, die Geschwindigkeit den Straßen- und Sichtverhältnissen anzupassen und zu jeder Zeit genügend Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern zu lassen. Auf unnötige Fahrten solle verzichtet werden.

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Die Nordwestbahn zwischen Kleve und Düsseldorf fuhr gestern nur mit Verspätung, die Niag stellte den Linienbusverkehr im Kreis Kleve komplett ein. Auch der Schulbusverkehr in den einzelnen Kommunen war davon betroffen. Dabei schien die Situation im Gocher Stadtgebiet um 12 Uhr noch überschaubar zu sein: Der Buskoordinator der Stadtwerke informierte die Schulen darüber, dass der Schülertransport trotz erheblichen Schneetreibens wie gewohnt durchgeführt werde. Eine Stunde später dann war plötzlich alles ganz anders: "Unsere Schüler, die schon in die Busse eingestiegen waren, mussten wieder aussteigen. Seitdem stehen die Fahrzeuge hier herum, und immer mehr Kinder kommen zu uns, um ihre Eltern anzurufen", hieß es gestern aus dem Sekretariat des städtischen Gymnasiums. "Etwa 60 Schüler können nicht nach Hause und werden gleich mit den Sportlehrern in die Turnhalle gehen, um sich dort auszutoben." Auch die Schulkinder in Straelen mussten mittags auf ihre Busfahrt nach Hause verzichten. "Die Niag und die Stadtlinie haben gesagt, dass sie nicht fahren", erklärte Heike Hoßbach, Schulleiterin des Städtischen Gymnasiums Straelen. Man sei rechtzeitig vor dem Ende der sechsten Stunde von der Stadt darüber informiert worden. Die Kinder haben ihre Eltern angerufen und sind dann nach und nach abgeholt worden.

Die Ganztagsschulen waren gestern im Vorteil: "Wir haben die Sache erstmal nicht an die große Glocke gehängt, schließlich werden hier noch Klausuren geschrieben, und der Unterricht soll so normal wie möglich weitergehen", erklärte der stellvertretende Schulleiter der Gocher Gesamtschule Mittelkreis, Markus Mühlenbeck.

Der Optimismus war berechtigt: Um 14.30 Uhr kam zumindest in Goch die "Entwarnung" - und die Schüler konnten nach Hause.

(RP)