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Goch: Saline als Start für Gesundheitszentrum

Goch : Saline als Start für Gesundheitszentrum

Die Stadt Kevelaer hofft, ein Ärztehaus ansiedeln zu können. Der Flächenverkauf in der Hüls könnte finanzieller Grundstock für das geplante Gradierwerk sein. Grüne Fraktion hält 750 000-Euro-Projekt für viel zu teuer.

Mit diesem "Rat" hat Heinz-Peter Angenendt, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Kevelaer, Bürgermeister Axel Stibi richtig verärgert: "Schütten Sie das Bohrloch einfach zu", war während der Ratssitzung sein Vorschlag zum Thema Quelle im Hülspark. Wie berichtet, will die Stadt Kevelaer die mineralische Quelle, die bislang ungenutzt unterhalb der Wiese vor dem Schulzentrum schlummert, jetzt doch zum Leben erwecken. Die geplante Saline — eine Verdunstungsanlage, die sich positiv auf die Atmung auswirken soll — wird allerdings rund 750 000 Euro kosten. Geld, das die Stadt Kevelaer nicht hat, meinen die Grünen, die dies zum Bestandteil ihrer Haushaltsrede machten.

Die Summe ist im Wirtschaftsplan der Stadtwerke für das laufende Jahr 2013 veranschlagt und seit der Ratssitzung abgesegnet — auch ohne die Stimmen der Grünen. "Fragen Sie doch mal die Bürger, was sie davon halten", hatte Angenendt empfohlen. "Und über Folgekosten einer solchen Anlage verlieren Sie kein Wort. Seit geraumer Zeit bitten wir Sie darum, die Übergabe des Hallenbades in die Hände der Stadtwerke zu prüfen. Hier wäre sicher noch ein erhebliches Einsparpotential zu verwirklichen."

Was Angenendt verstimmt: Ein "fragwürdige Investition" solle ohne Bürgerbeteiligung über die Bühne gehen. "Wo ist denn hier ein zukunftweisendes durchdachtes Konzept?" Die Grünen wünschen sich vielmehr — auch zur Attraktivierung des Schulstandorts — einen Ersatzbau für das Lehrschwimmbecken. Dafür setzt sich der Bäderverein unter dem Motto "Jedes Kind soll schwimmen lernen"seit langem ein, sammelt Spenden und bemüht sich um Sponsoren.

Von dem Thema möchte Stibi jedoch zurzeit nichts hören. "Ich bin in der derzeitigen Haushaltssituation dankbar, wenn wir den Bestand halten können." Die finanzielle Beteiligung an einem zusätzlichen Schwimmbecken sei für die Stadt aktuell kein Thema. Den Vorwurf, die Bürger nicht nach ihrer Meinung zum Gradierwerk zu fragen, lässt Stibi nicht gelten. "Es gibt ein normales Beteiligungsverfahren, bei dem sich jeder positiv oder negativ äußern kann.

Das Geld für die Holz-Reisig-Konstruktion, über die das Salzwasser verdampfen soll, könnte zum Teil über Grundstücksverkäufe aufgebracht werden. Zu diesem Thema will sich die Stadtspitze noch nicht konkret äußern, klar scheint aber zu sein: Es gibt Interessenten an einem Gesundheitszentrum im Sinne eines Ärztehauses auf dem Gelände. Hingegen scheint die Realisierung des Wunsches, ein Hotel mit Wellnesscharakter anzusiedeln, in weiter Ferne zu liegen. Seit Jahren wird dafür kein Investor gefunden, obwohl immer wieder von Gesprächen die Rede ist. In der Branche häufig die Rede davon, dass es noch mehr als an Geldgebern an Betreibern für Hotels mangelt.

(RP/rl)