Saisonvorbereitung beim Luftsportverein Goch

Segelflug : Saisonvorbereitung beim LSV Goch

Die Jugendabteilung des Luftsportvereins Goch bereitet sich auf die Flugsaison vor. Im März sollen die Segelflugzeuge in Asperden wieder abheben – bis dahin werden sie in der Halle repariert und aufpoliert.

Seit Oktober sind die Segelflieger des Gocher Luftsportvereins (LSV) aufgrund schlechter Thermik gezwungen, am Boden zu bleiben. Langeweile kommt in der Saisonpause – die üblicherweise von Oktober bis März dauert – aber nicht auf. Denn die Flugzeuge, in denen die rund 50 Schüler der Jugendabteilung das Fliegen lernen, müssen aufbereitet werden.

An den flugfreien Wochenenden treffen sich deswegen Schüler und Lehrer der Jugendabteilung in den Hallen des LSV, putzen, polieren und warten die Flieger, die ab März wieder in Asperden abheben sollen.

Maximilian Westphaeling, Thomas Peeters und Cedric Althoff-Gonzales kümmern sich um die Politur der Rümpfe. Foto: Evers, Gottfried (eve)

„Sechs Segelflugzeuge stehen uns für die Ausbildung und später zum Alleinflug zur Verfügung“, sagt Steffi Blenkers, Segelflugreferentin und Vorstandsmitglied des Vereins. Ihre ersten Erfahrungen sammeln die Schüler in der ASK 21. Zwei Personen passen in das Flugzeug, vorne sitzt der Flugschüler, hinten der Lehrer. Nach der ersten praktischen Prüfung folgt der Umstieg auf die ASK 23, in der die Schüler ohne Fluglehrer an Bord unterwegs sind. Mehrere praktische und theoretische Prüfungen muss ein Flugschüler ablegen, bevor er für die Abschlussprüfung zugelassen wird. Dort fliegt er dann in Begleitung eines unabhängigen Prüfers, der wie beim Pkw-Führerschein darüber entscheidet, ob die Lizenz erteilt wird. Einer der Schüler, die sich derzeit auf die Prüfung vorbereiten, ist Tim Woudenberg. Seit knapp zwei Jahren ist der 16-Jährige Mitglied des Vereins. Beim Pfingstfest des LSV fing Tim Begeisterung für Segelflugzeuge, wenig später meldete er sich in Asperden als Mitglied an. Aufgesogen hat er die Materie seitdem, will in diesem Jahr seinen Segelflugschein erwerben. Dafür kommt er an jedem Wochenende zum LSV-Flugplatz, auch im Winter, wenn er nicht fliegen kann. Denn zu Praxis und Wartung der Flugzeuge gehört auch die Theorie: Diese wird regelmäßig im Schulungsraum des Vereins von verschiedenen Lehrern vermittelt. Luftfahrzeugkunde steht da auf dem Programm, Meteorologie, Navigation oder Luftrecht beispielsweise. Tim hört zu, nicht nur für die Segelprüfung, sondern auch für das berufliche Ziel: Pilot.

Da wäre er nicht der erste im Verein, sagt Vorstandsmitglied Rainer Haas: „Manch ein junger Segelflieger, der hier seine fliegerischen Fähigkeiten und infolge dann seine Berufspilotenlizenz erwarb, arbeitet heute als Pilot oder Co-Pilot für große Gesellschaften wie Lufthansa, Eurowings oder Condor.“

Flugschüler Tim Woudenberg ist jedenfalls froh, dass er nach dem Besuch des LSV-Pfingstfestes den Schritt zur Anmeldung gewagt hat. Wegen der fliegerischen Ausbildung, aber auch wegen der Kameradschaft innerhalb der Jugendabteilung und des Vereins. „Ich habe mit einem Schnupperkurs angefangen und dabei sehr viele nette Leute hier kennengelernt. Das hat mir dabei geholfen, mich für das Hobby zu entscheiden“, sagt der 16-Jährige. In der Schule rede er mittlerweile von nichts anderem mehr, als dem Segelfliegen, gesteht der Flugschüler. Der Fliegervirus hat ihn erwischt.

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