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Goch: RZK wünscht sich mehr Fußgruppen

Goch : RZK wünscht sich mehr Fußgruppen

Morgen Abend ist Vorbesprechung der Wagenbauer und anderen Akteure des Gocher Rosenmontagszuges. Komitee würde gerne weitere junge Leute für die aktive Teilnahme gewinnen. Sicherheitsauflagen seit Jahren hoch.

Wer einen Blick darauf hat, wie viele junge (und auch reifere) Gocher Mädchen im Karneval aktiv sind, wie die Karten für die Prinzenkür weggehen oder wie viele Sitzungen die Vereine über die Bühne bringen, der wird den RZK-Verantwortlichen (Festkomitee Gocher Karneval) gerne glauben, dass sie sich um den Gocher Karneval keine Sorgen machen. "Wenn wir überhaupt mal klagen, dann auf ganz, ganz hohem Niveau", sagt Vorsitzender Frank Bömler schmunzelnd. Das Thema, das ihn nicht so ganz zufriedenstellt: Durch die hohen Sicherheitsauflagen der jüngeren Vergangenheit sind im Rosenmontagszug doch einige Wagen weniger unterwegs als früher. Die Gocher Karnevals-Organisatoren wünschen sich für die Zukunft, dass nicht nur neue Wagenbauer gefunden werden, sondern sehr gerne auch Fußgruppen. "Ich denke da präventiv. Noch ist alles gut, aber wir wollen auch in einigen Jahren noch einen tollen Rosenmontagszug bieten", erklärt Bömler.

Die TÜV-Vorschriften für die Motto-Wagen sind umfangreich, verlangen zum Beispiel, dass pro Achse des Gefährts rechts und links je ein Zugbegleiter in Warnweste läuft. Da braucht man also eine Menge "Personal". Für die Sicherheit haften die Teilnehmer. Die Beschallung durch die Musikanlagen muss gedämpft sein - für einige (vor allem niederländische) Akteure ein kaum zu akzeptierendes Manko. Helmut Hannen, der Zuständige für den Umzug, möchte Interessierten jedoch Mut machen: "Wer Lust hat, einen Wagen zu bauen, kann sich gerne auch bei unseren erfahrenen Leuten Unterstützung holen. Ähnliches gilt für tolle Kostüme: Es gibt in Goch Näherinnen, die ganz bestimmt gerne helfen." Und 150 Euro Starthilfe für den Wagen (oder die Party nach dem Umzug) gibt's vom RZK dazu. Als "Einstieg" in das aktive Karnevalstreiben sei eine eigene Fußgruppe bestimmt eine prima Sache, finden beide. Und Andreas Strötges, neu im Team, ergänzt, dass dabei ja auch keine großen Kosten anfallen. Wobei, fällt Bömler ein, in Goch auch weiterhin "Klasse vor Masse" gelten soll. Ein trinkfreudiger Männerclub mit einem Bollerwagen sei eben noch keine Fußgruppe. Keine Sorge vor den großen Vorbildern von Rot-Weiß, Concordia, Viktoria, AKV oder Vrouwenpoort - jeder darf seinen ganz individuellen Stil entwickeln. Das gelingt auch dem Anna Stift immer bestens, die KJG Arnold Janssen oder die Marienwasserstraße brauchen sich ebenfalls nicht zu verstecken. "Vielleicht gibt es ja auch Schulen oder Schulklassen, die sich angesprochen fühlen", überlegt der Vorsitzende.

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Es gibt Gründe dafür, warum es heute nicht mehr ganz so einfach ist, genügend schöne Fußgruppen zu finden. "Früher gab es Thekenmannschaften, Kegelclubs, viele Straßengemeinschaften. Heute sterben die alten Kneipen aus, in der Innenstadt wohnen vermehrt ältere Leute, junge Familien, die von auswärts kommen, haben häufig nicht die Verbindung zum Karneval", beobachtet Hannen. Nach einiger Zeit in Goch springt der Karnevalsfunke dann aber doch häufig über: warum dann nicht mitwirken, statt nur zusehen?

Wer immer sich angesprochen fühlt, in irgend einer Weise mitzumachen beim Gocher Rosenmontagszug in der kommenden Session und den folgenden Jahren, kann sich auf der Internetseite des Rosenmontagszug-Komitees (www.rzk-goch.de) informieren und seine Gruppe auch gleich anmelden.

Persönliche Gespräche sind auch möglich beim Treffen der Wagenbauer morgen, am Donnerstag, um 20 Uhr im Hotel Litjes.

Bis Rosenmontag, ist noch einige Zeit, um sich Thema und Ausgestaltung eines Zugbeitrags auszudenken. Die Wagenbauer, die leerstehende Industriehallen und landwirtschaftliche Scheunen für ihre Arbeiten nutzen, geben "Neuen" ebenso wie die RZK-Verantwortlichen gerne Tipps.

(RP)