Goch: Ruwel: doch keine Rettung

Goch : Ruwel: doch keine Rettung

geldern/GOCH Der frühere Ruwel-Eigentümer Bluebay will das Gelderner Leiterplatten-Unternehmen nun doch nicht zurückkaufen. Zwar habe der Finanzinvestor mit einem asiatischen Co-Investor in dieser Woche die Verträge mit Ruwel-Insolvenzverwalter Horst Piepenburg unterzeichnet. Nun rudert Bluebay aber wieder zurück, weil Bedingungen nicht erfüllt seien.

geldern / GOCH Der frühere Ruwel-Eigentümer Bluebay will das Gelderner Leiterplatten-Unternehmen nun doch nicht zurückkaufen. Zwar habe der Finanzinvestor mit einem asiatischen Co-Investor in dieser Woche die Verträge mit Ruwel-Insolvenzverwalter Horst Piepenburg unterzeichnet. Nun rudert Bluebay aber wieder zurück, weil Bedingungen nicht erfüllt seien.

Letzte Chance

Das Ziehen um das insolvente Leiterplattenwerk wird damit noch abstruser, als es ohnehin schon war: Kaufinteressent Bluebay gehörte zu jenem Finanzkonsortium, das Ruwel am ausgestreckten Arm verhungern ließ und keine Gelder mehr bewilligte, was letztlich in die Insolvenz geführt haben soll. Ausgerechnet jener Investor wollte das Unternehmen zurückkaufen, knüpfte daran aber die Bedingung, dass es keine Kündigungsschutzklagen mehr geben sollte. Rund 200 Mitarbeiter hatten gegen Ruwel geklagt. Das Unternehmen hat seit der Insolvenz seinen Mitarbeiterbestand fast halbiert. Insolvenzverwalter Horst Piepenburg, der das Bluebay-Angebot als letzte Chance für Ruwel sieht, erklärt: "Wir haben allen rund 220 derzeit noch beschäftigten Mitarbeitern am Standort Geldern bereits neue Arbeitsverträge ausgehändigt. Allen freigestellten Mitarbeitern haben wir Abfindungen angeboten, die sogar über den Sätzen des ausgehandelten Sozialplans liegen, für den aus Ruwel-eigenen Mitteln gar nichts hätte fließen können." Bis Ende dieser Woche sollten die Angebote unterschrieben werden – das aber ließen die meisten gekündigten Ruwel-Angestellten nicht mit sich machen. "Der Rücklauf bisher ist erschreckend", sagt Piepenburg. Nur neun Prozent hätten das Abfindungsangebot angenommen. Er könne den gekündigten Mitarbeitern nur eine fixe Abfindung, nicht aber ihren alten Arbeitsplatz anbieten. Die Auslastung des Werkes lasse das nicht zu.

Erklärung

Als psychischen Druck dürften die Kläger die von Ruwel per Pressemitteilung verbreitete Erklärung sehen: "Sollte der Kaufvertrag scheitern, verlieren alle verbliebenen Mitarbeiter in Geldern ebenfalls ihren Arbeitsplatz und Abfindungen an freigestellte Beschäftigte würde es aus der Ruwel-Kasse nicht geben können. Alle gingen also völlig leer aus."

(RP)
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