Rundtour per Fahrrad zu den Gocher Fahrzeugbetrieben

Rundtour : Gocher Fahrzeugbauer präsentieren sich

Die boomende Branche hat ein gemeinsames Problem: Es ist schwer, genügend Mitarbeiter und Auszubildende zu finden. Am 30. Juni gibt es eine Rundtour für Interessierte. Alle Schüler dürfen sich gerne bewerben.

In aller Bescheidenheit: Dass es in einer (nicht allzu großen) Stadt sehr nahe beieinander gleich vier Unternehmen gibt, die sich mit dem Fahrzeugbau beschäftigen, sei „in Deutschland einzigartig“, meint André van den Boom. Der Geschäftsführer der Gocher Fahrzeugwerke Gofa hatte gemeinsam mit drei Kollegen zum Pressegespräch eingeladen, um eine ungewöhnliche Idee vorzustellen: Sie möchten ihre Unternehmen präsentieren und dabei junge Leute für eine Ausbildung gewinnen. Ein Hauptschulabschluss reiche aus, wichtiger sei die Motivation. Am Sonntag, 30. Juni, sind Familien und jeder, der sich für die Branche interessiert, eingeladen, sich vor Ort intensiv umzusehen. Wer genügend Zeit mitbringt, kann an einer Rundtour durch die Gewerbegebiete Nord und West teilnehmen.

Die Idee hatte Georg Schless, Chef von Eurotank Service. „Ich dachte an eine Veranstaltung ähnlich der Höfe-Tour, bei der die Leute auf Fahrrädern von Hof zu Hof fahren und dabei viel Wissenswertes erfahren“, berichtet er. Statt um Landwirtschaft geht es bei dem Angebot „4 x Fahrzeugbau zum Anfassen“ darum, sich ein Bild von der Gocher Nutzfahrzeugindustrie zu machen. Die ist in Goch traditionell gut aufgestellt, und die Betriebe entwickeln sich prächtig. Gerade die Gofa, „Am Mooshof“ gelegen, hat so viele Aufträge, dass 40 neue Mitarbeiter angestellt werden könnten. „Schlosser, Schweißer, Rohrleitungsbauer, Lackierer, Lageristen, auch Azubis – wir suchen Leute für alle Bereiche“, sagt van den Boom.

Das geht nicht nur seinem Unternehmen, das bereits 195 Mitarbeiter beschäftigt, so. Auch bei Kässbohrer (Tirsan-Gruppe) mit derzeit 80 Mitarbeitern an der Siemensstraße gibt es etwa zehn unbesetzte Stellen. Dabei kann Ali Cenap Gümüscüoglu, der stellvertretende Geschäftsführer, nur bestätigen, was sein Kollege versichert: Die Branche boomt, das Transportvolumen auf der Straße steigt stetig an. „Wer weiß, womit wir unsere Fahrzeuge in 20 Jahren betreiben, ob mit Gas, Strom oder Wasserstoff – Güter müssen transportiert werden“, sagt er. Wer im Fahrzeugbau arbeite, habe also gute Berufschancen.

Bei den Gocher Fahrzeugwerken spielen Achsen eine große Rolle. Foto: Anja Settnik

Auf dem Gofa-Gelände wird geschweißt, gegrillt und mit Gas experimentiert. Kässbohrer zeigt seine zwei großen Fertigungshallen und wie und mit welchen Werkzeugen dort gearbeitet wird. Vertriebspartner KTH-Trailer (15 Mitarbeiter) hat eine Werkstatt an der Siemensstraße und zeigt Auflieger aus der Tirsan-Flotte. Ein Streichelzoo soll die Kleinen beschäftigen, die Verkehrswacht informiert über „Lastwagen und Fahrrad im Straßenverkehr“.

Die Firma Eurotank Service in der Jurgensstraße (22 Mitarbeiter) repariert vor allem Tankfahrzeuge, prüft und wartet Nutzfahrzeuge. Am 30. Juni werden zudem Bremssysteme vorgeführt, zeigt Broekmann, wie Abschleppen geht und wird die Dekra ihren Überschlagssimulator für eindrucksvolle Erlebnisse zur Verfügung stellen.

Was allen vier Unternehmen wichtig ist: „Wir sind zwar manchmal auch Konkurrenten, an diesem Tag aber geht es um unsere gemeinsamen Interessen und um den Standort Goch“, erklärt van den Boom.

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