Goch: Rückenwind für Elektroräder

Goch: Rückenwind für Elektroräder

Die Verkaufszahlen bei den sogenannten "Pedelecs" sind deutlich gestiegen. Immer mehr Menschen interessieren sich für die Fahrräder, die Muskelkraft und Elektromotor kombinieren – nahezu lautlos und emissionsfrei.

Die Verkaufszahlen bei den sogenannten "Pedelecs" sind deutlich gestiegen. Immer mehr Menschen interessieren sich für die Fahrräder, die Muskelkraft und Elektromotor kombinieren — nahezu lautlos und emissionsfrei.

Sie heißen "Pedelecs" und sie sind auf dem Vormarsch. Was vor wenigen Jahren noch knatterte wie ein Mofa und die Hinterherfahrenden hustend in einer Zweitaktnebelwolke verschwinden ließ, ist heute nahezu geräuschlos und weitgehend emissionsfrei.

Dabei ist die Technik wesentlich ausgefeilter und der Fahrkomfort dadurch deutlich gestiegen. Elektrofahrräder sind die zeitgemäße Hybridvariante unter den Zweirädern: Fortbewegung mittels Muskelkraft und Elektromotor.

Marktanteil von 30 Prozent

Carlo Lörper ist Fahrradhändler und verkauft neben Mountainbikes, Renn-, Retro- und Hollandrädern auch die sogenannten "Pedelecs" (die Abkürzung steht für Pedal Electric Cycle).

Inzwischen beträgt deren Marktanteil hier in der Region gut 30 Prozent, was hauptsächlich daran liegt, dass die gesamte Technik in den letzten Jahren "enorme Fortschritte" gemacht hat, so der Geschäftsführer von "Lörper Fahrrad" im Industriegebiet West.

Auf den ersten Blick sehen die Elektroräder aus wie normale Fahrräder, doch bei genauerem Hinsehen fällt die große Nabe auf oder der längliche Kasten unter dem Gepäckträger. Erstere bildet den Antrieb, letzterer ist der Akku. Im Rahmen befindet sich die notwendige Technik. Ohne Treten gibt der Motor in der Nabe keine Leistung ab — das Rad fährt also nicht von selbst —, doch sobald der "Fietser" in die Pedale tritt, wird er spürbar vom Motor unterstützt.

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"Die Bedienung", versichert Lörper, "ist so leicht wie die eines Toasters." Meist sind es maximal drei Tasten, die den Grad der Unterstützung einstellen und den Motor aktivieren. Trotz moderner Technik ist die Bedienung also "kinderleicht" und auch mit einem anderen Vorurteil räumt der Fachmann auf: "Es sind nicht nur ältere Menschen, die sich für die Elektroräder interessieren. Man hat auch mit 40 Jahren keine Lust auf Gegenwind."

Drei Stunden an der Steckdose

Die Reichweite eines voll beladenen Akkus liegt bei etwa 40 bis 60 Kilometern, ein "Pedelec" wiegt zwischen 25 und 30 Kilogramm (also gut 5 Kilogramm mehr als ein herkömmliches Hollandrad). Nach drei Stunden an der Steckdose ist ein leerer Akku wieder einsatzbereit. Der Preis für die Einstiegsmodelle beträgt im Schnitt 1200 Euro, gute Elektroräder gibt es ab gut 2000 Euro. Marktführer sind hier "Gazelle und Sparta", so Lörper.

Neben der Angst vor selbstfahrenden "Knatterrädern" kann der 40-Jährige, der eine breite Auswahl verschiedener Elektroräder auf Lager hat, eine weitere Sorge zerstreuen. "Nimmt man den Bordcomputer ab, ist der Motor gesperrt. Das heißt, diese Räder sind für Diebe uninteressant", so Lörper. Denn Tachoeinheit und Rad gehören zusammen und sind registriert.

Und den letzten Skeptikern bietet "Lörper Fahrrad" sogar an, so ein Elektrorad, beispielsweise über ein Wochenende, nach Hause zu bringen, um es dort ausführlich testen zu können. Um die Technik im wörtlichen Sinn zu "erfahren".

Internet Mehr Bilder zum Thema unter www.rp-online.de/goch

Hier geht es zur Bilderstrecke: Von wegen Knattermaschine: Elektrofahrräder im Detail

(RP)
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